19.06.2009, 15:28 Uhr
Das neue Gesicht beim FCK: Marco Kurz (Foto: dpa)Wenig Geld, ein explosives Umfeld und die stets erwartungsvolle Hoffnung auf die Rückkehr ins Oberhaus des deutschen Ligafußballs. Marco Kurz muss beim Einstieg als Trainer des ambitionierten Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern erstmal die Euphoriebremse treten. Die Parole, die der Ex-Coach von 1860 München am Freitag bei seiner Vorstellung auf dem Betzenberg ausgab, sollte dementsprechend realistisch erscheinen. "Kaiserslautern ist ein Verein, der sich nach wie vor in der Konsolidierung befindet und keine große Sprünge machen kann. Die Erwartungshaltung ist natürlich hoch. Unser Ziel ist es, ehrlichen Fußball anzubieten", sagte der 40-Jährige, der Ende Februar bei den "Löwen" entlassen worden war und nun einen Zweijahresvertrag in der Pfalz unterschrieben hat.
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PerfektMarco Kurz trainiert Kaiserslautern
13 Trainer in neun Jahren
Kurz ist bereits der 13. Coach des viermaligen deutschen Meisters seit der Trennung von Otto Rehhagel im Jahr 2000.Die Einigung mit dem Ex-Profi, der 300 Bundesligaspiele absolviert hat, beendete beim Traditionsklub eine von Absagen geprägte Trainersuche. Kurz, der bislang für den SC Pfullendorf und 1860 als Cheftrainer gearbeitet hat, wird am Montag mit einem Fitnesstest der Mannschaft ins Training einsteigen.
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KaiserslauternAbsage von Funkel
Kein Ersatzkandidat
Wer im Trainerteam des neuen Coaches arbeiten wird, will der gebürtige Stuttgarter, der sich selbst als "authentisch, sehr zielstrebig und sehr erfolgsorientiert" charakterisierte, nach Gesprächen mit der Klubführung am Wochenende entscheiden. "Wir haben einen Fußball-Lehrer, einen Pädagogen, einen Repräsentanten für den Verein und einen Teamplayer gesucht. Das war die Gesprächs-Grundlage", sagte FCK-Vorstandsboss Stefan Kuntz, der sichtlich darum bemüht war, Kurz nicht mit dem Rucksack des Ersatzkandidaten in die Saison gehen zu lassen: "Er ist nicht die zweite, dritte oder vierte Lösung."
Kontakte zu Foda und Herrlich
Vor der Verpflichtung von Kurz hatte sich die sechs Wochen dauernde Suche nach einem Nachfolger für Milan Sasic, der Anfang Mai nach Querelen mit Kuntz und der Mannschaft entlassen wurde, allerdings als problematisch erwiesen. Franco Foda, mit dem Kuntz 1990 den DFB-Pokal gewonnen hatte, sagte ab. DFB-Trainer Heiko Herrlich hatte zwar Interesse gezeigt, sich aber dem Veto von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer beugen müssen. "Marco war darüber informiert, dass wir mit Franco und Heiko Kontakt hatten", sagte Kuntz, der den chronisch klammen FCK mit einem unterdurchschnittlichen Zweitliga-Etat von acht Millionen Euro in die neue Saison führen will: "Bei der Suche nach einem Trainer spielte der finanzielle Rahmen - wie immer bei uns - natürlich auch eine Rolle."
Aufstieg zunächst kein Thema
Nach dem Abschluss der Trainersuche will Kuntz jetzt seinen Fokus auf die Verpflichtung neuer Spieler legen. "Wir gehen nun mit Hochdruck daran, die notwendigen Verstärkungen zu bekommen", meinte der Klubchef, für den die von den Fans herbeigesehnte Rückkehr in die Bundesliga kein Thema ist. "Wir wollen keine unnötigen Hoffnungen wecken. Wenn sich unsere Transferwünsche umsetzen lassen, dann wollen wir uns wieder zwischen dem dritten und siebten Platz stabilisieren", sagte Kuntz: "Wir hoffen, dass wir in naher Zukunft einmal vor der Saison das Ziel ausgeben können, aufsteigen zu wollen. Dafür müssen wir aber noch ein bisschen arbeiten.“
dpa/FUSSBALL.DE
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