24.08.2009, 18:54 Uhr
Wird bald nicht mehr die Trikots von Union zieren: das Logo des Hauptsponsors ISP (Foto: imago)Tabellenführer Union Berlin hat seinem Hauptsponsor ISP am Montag mitgeteilt, den erst vor Saisonbeginn geschlossenen Vertrag kündigen zu wollen. Der Kontrakt, der dem Club bis 2014 insgesamt zehn Millionen Euro einbringen sollte, wird wegen der von spiegel online aufgedeckten Stasi-Vergangenheit des ISP-Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Czilinsky aufgelöst. Zwar hatte der 51 Jahre alte frühere Stasi-Hauptmann am Montag seinen Rücktritt erklärt. Doch das reichte dem Aufsteiger offenbar nicht, um die ursprünglich auf fünf Jahre festgelegte Partnerschaft fortzusetzen, hieß es in einer ISP-Pressemitteilung.
SpielberichtUnion schlägt auch Hansa Rostock
Ergebnisse und Tabelle der 2. Bundesliga
Rivalität mit Stasi-Klub BFC Dynamo
Der Klub aus dem Osten Berlins galt zu DDR-Zeiten als regimekritisch. Die "Eisernen" und den Lokalrivalen BFC Dynamo verband jahrzehntelang eine innige Feindschaft. Während der DDR-Rekordmeister von der Stasi gefördert wurde, mussten die Köpenicker immer wieder Repressalien erdulden. Ein Sponsor mit Verwicklungen zur Staatsicherheit wäre den Fans daher kaum vermittelbar gewesen. Der Verein steht nun aber vor dem Problem, in Windeseile einen neuen Trikotsponsor ins Boot holen zu müssen. Ein ähnlich spektakuläres Angebot dürfte aber illusorisch sein. Die Lizenz hatte der Aufsteiger allerdings von der DFL auch ohne die Präsentation des Sponsors erhalten.
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Schon zuvor Irriationen um ISP
Um den Geldgeber hatte es zuletzt wiederholt Irritationen gegeben. Wofür genau das Unternehmen steht, blieb weitgehend im Dunkeln. Angeblich würde sich ISP mit Abfallentsorgung und Rohstofferschließung in Afrika und Asien beschäftigen und zudem Rechte an Fernsehsendern sowie Fußballern besitzen. So wurden Union vor der Saison eine Reihe von Spielern angeboten, die aber allesamt nicht den Sprung in den Kader schafften. Schon damals hatte es deswegen Unstimmigkeiten gegeben. Angesichts der neuen Enthüllungen zogen die Berliner nun die Reißleine.
FUSSBALL.DE/dpa
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