22.09.2009, 11:55 Uhr
Uwe Neuhaus ist seit der Saison 2007/08 Trainer beim 1. FC Union Berlin (Foto: imago)Uwe Neuhaus ist seit Sommer 2007 Trainer beim 1. FC Union Berlin. Mit dem Köpenicker Kultklub schaffte der 49-Jährige im Frühjahr als überlegener Meister der 3. Liga den Aufstieg. Nach sechs Zweitliga-Spieltagen steht er mit seinem Team überraschend an der Tabellenspitze. Über den geglückten Saisonstart, seine Ziele mit dem 1. FC Union und die einmaligen Fans des Vereins spricht Neuhaus im Interview mit FUSSBALL.DE.
Frage: Herr Neuhaus, Union ist nach dem sechsten Spieltag Tabellenführer der 2. Bundesliga. Hätten Sie einen derart guten Saisonstart Ihres Teams für möglich gehalten?
Uwe Neuhaus: Also darauf gewettet hätte ich sicher nicht. Natürlich haben wir und bestmöglich vorbereitet und die Mannschaft punktuell verstärkt. Unser großes Plus ist, dass wir eingespielt sind. Das hat bereits in der vergangenen Saison gut funktioniert und macht uns auch in der zweiten Liga stark.
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Beim 5:4 gegen Paderborn und zuletzt beim 1:1 in Koblenz gab es allerdings auch einige Schwächen im Spiel von Union. Werden Ihre Spieler angesichts des Erfolgs jetzt ein wenig nachlässig?
Wir merken in jedem Spiel – gerade auch jetzt in Koblenz – dass nichts von alleine kommt. Nur wenn wir an die Leistungsgrenze gehen, können wir Spiele für uns entscheiden. Die Spieler haben sich die zweite Liga hart erarbeitet, das setzt keiner leichtfertig aufs Spiel.
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Vor der Saison war bei Union der Klassenerhalt das erklärte Ziel. Hat sich daran inzwischen etwas geändert?
Nein, daran hat sich nichts geändert. Wir haben gerade mal sechs Spiele hinter uns und uns fehlen noch viele Punkte bis zum Klassenerhalt. Wenn wir die 40 Punkte erreicht haben, dann können Sie mich gerne noch einmal danach fragen.
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Union gilt als Kultklub mit einzigartigen Fans. Haben Sie so etwas schon einmal erlebt?
Die Fans hier leben und atmen den Verein tagtäglich. Dieser Klub ist von einem ganz besonderen Zusammenhalt geprägt, den ich so noch nirgendwo erlebt habe. Es gibt eine unglaubliche Nähe zwischen Fans, Mannschaft, Vorstand und den Mitarbeitern. Die Fans haben diesen Verein im Laufe der Jahre immer wieder am Leben erhalten oder ihn in besonderer Weise geprägt. Es ist tatsächlich ihr Verein!
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In Dortmund und Essen, wo Sie auch als Trainer gearbeitet haben, muss das doch ähnlich gewesen sein?
Klar sind die Leute in Dortmund und Essen auch fußballverrückt und schätzen ehrliche Arbeit. Hier aber, und das ist wahrscheinlich gar nicht berlintypisch, sondern ganz speziell uniontypisch, ist die Unterstützung unglaublich positiv. Es gibt hier keine Pfiffe, wenn wir zurückliegen. Das ist auch für die Spieler etwas ganz Besonderes!
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Kürzlich haben Sie Ihren Vertrag bei Union bis 2012 verlängert. Was wollen Sie in dieser Zeit mit dem Verein erreichen? Kann die Bundesliga irgendwann ein Thema werden?
Natürlich ist die Bundesliga für mich persönlich ein Ziel und sie muss es perspektivisch auch für Union sein. Allen ist klar, dass es ein sehr langer Weg dorthin ist. Wir sind weit entfernt davon, das als ein konkretes, realistisches Ziel zu formulieren. Ich möchte den Verein, natürlich speziell den sportlichen Bereich, so weiterentwickeln, dass wir dem Traum vom Erstligafußball ein Stück näher kommen.
FUSSBALL.DE/Jörg Leopold
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