28.05.2010, 21:26 Uhr
Arminia Bielefeld steckt weiter in argen Finanznöten. (Foto: dpa)Die Zukunft von Arminia Bielefeld bleibt weiter ungewiss. Die Stadt Bielefeld sagte dem Zweitligisten jetzt einen Kredit über eine halbe Million Eurp zu, doch die Ostwestfalen sind weiter von der Insolvenz bedroht. Zuvor war Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) mit einem Antrag gescheitert, den Arminen mit einem Darlehen über insgesamt 1,85 Millionen Euro auszuhelfen. Eine Rettung ist somit noch lange nicht in Sicht.
Unterm Strich muss der Verein nun bis zum 2. Juni rund 2,5 Millionen Euro zusätzlich auftreiben.
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Arminia Bielefelds Finanznot wächst
Die Arminia muss der Deutschen Fußball Liga (DFL) bis zum 2. Juni einen Finanzplan vorlegen. Die Finanzlücke beträgt derzeit rund 10,2 Millionen Euro. Mit drei Millionen wollte sich die Wirtschaft an einem Rettungspaket beteiligen. Gut zwei Millionen will der Verein selbst aufbringen. Der Plan sieht weiter vor, dass die Sparkasse und das Land Nordrhein-Westfalen ein Jahr lang auf die Bedienung schon laufender Kredite in Höhe von 12,3 Millionen Euro verzichten. Diese Kredite sind zu 80 Prozent durch eine Landesbürgschaft abgesichert. Dies soll die Finanzen um rund zwei Millionen Euro entlasten.
Der designierte Arminia-Präsident Wolfgang Brinkmann zeigte sich tief enttäuscht. Eine halbe Million Euro sei ein symbolischer Betrag. "Symbole reichen aber nicht aus, um Arminia zu retten." Er habe ein anderes Zeichen, ein kraftvolles Bekenntnis der Stadt zu dem Verein erwartet. Bis zum 2. Juni werde er aber alles versuchen, um doch noch eine Lösung zu finden.
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Tags zuvor hatte der Hauptausschuss bereits ein Darlehen der Stadt über 4,85 Millionen Euro mehrheitlich abgelehnt. Mit der Reduzierung auf zunächst 2,85 Millionen Euro und später sogar 1,85 Millionen Euro wollte Clausen die Abgeordneten doch noch überzeugen. Ein solcher Kredit würde die Stadt relativ wenig kosten.
Wenn die Arminia allerdings in die Insolvenz gehe, wäre der Schaden für die öffentliche Hand deutlich höher, warnte Clausen. "16 Millionen Euro gehen dann durch den Schornstein." Dies seien die Sparkassenkredite von 12,3 Millionen und die von der Stadt gestundeten Gewerbesteuern und Gebühren von 3,6 Millionen Euro. Die Unterhaltung des ungenutzten Stadions würde zudem mit rund 700.000 Euro jährlich zu Buche schlagen. "Ohne Arminia wird das Leben in unserer Stadt langweiliger, dröger und grauer."
Nach teilweise heftiger Debatte war bald klar, dass selbst der abgespeckte SPD-Vorschlag keine Mehrheit bekommen würde. Die anderen Ratsfraktionen verwiesen auf die rund 700 Millionen Euro Schulden der Stadt. Jährlich kämen etwa 150 Millionen Euro dazu. Zudem fehle das Vertrauen, dass der Verein nach jahrelanger Misswirtschaft nun plötzlich nachhaltig arbeiten werde.
Der Antrag auf 1,85 Millionen Euro wurde mit 41 Nein-Stimmen (19 Ja/keine Enthaltung) abgeschmettert. Nur der Kredit über 500.000 Euro kam durch, begleitet von lauten Buhrufen der rund 100 enttäuschten Arminia-Anhänger auf den Zuschauerplätzen.
Quelle: dpa
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