18.11.2010, 10:25 Uhr | dpa, sid
Frischer Wind beim KSC: Neu-Präsident Ingo Wellenreuther. (Foto: imago)
Zwei Jahreshauptversammlungen, zwei Welten. Beim 1. FC Köln streiten Mitglieder und der Vorstand, beim KSC wurde mit einer überzeugenden Mehrheit ein neuer Präsident gewählt. 89,3 Prozent der Mitglieder stimmten für den bisherigen Interimspräsidenten Ingo Wellenreuther. Er wurde damit erwartungsgemäß als neuer Vereinschef bestätigt. "Der Wunsch nach Kontinuität wurde vielfach geäußert. Genau das ist der Grund, warum ich beschlossen habe, mich nicht vom Acker zu machen, sondern mich dem Verein zur Verfügung zu stellen", sagte Wellenreuther.
Der neue Präsident hielt seine Rede unter großem Beifall auf der fast sechsstündigen Veranstaltung. Er sprach von "gewaltigen Zielen, die wir erreichen müssen. Wir sind im Abstiegskampf." Dennoch sieht auch Wellenreuther die finanziellen Probleme und die Konsolidierung des Klubs als größte Hürde und Aufgabe. Die Zukunft des KSC sei die Jugendarbeit.
Wellenreuther nahm die Wahl an, da auch seine Vizepräsidentschafts-Kandidaten Günter Pilarsky und Georg Schattling die Zustimmung der Mitglieder bekamen. Der Jurist hatte zuvor klargestellt: "Ich stehe nur mit diesen beiden Personen zur Verfügung." Die Kombination aus einem Unternehmer (Pilarsky), einem Wirtschaftsprüfer (Schattling) und ihm als Juristen sei "ein hervorragendes Angebot an die Mitglieder."
Wellenreuther hatte den finanziell wie in der 2.Liga sportlich stark angeschlagenen KSC zunächst als Notpräsident übernommen. Seine Einsetzung war nötig geworden, weil der umstrittene Ex-Präsident Paul Metzger und sein Stellvertreter Arno Glesius bei der letzten Mitgliederversammlung zurückgetreten waren. Nach den Turbulenzen der Ära Metzger verbinden viele Mitglieder mit Wellenreuther die Hoffnung auf Ruhe und Kontinuität im Verein. Zudem sprachen seine ersten Erfolge als Notpräsident für ihn. Das Nachlizenzierungs-Verfahren überstand der KSC ohne Punktabzug oder Geldstrafe. Dazu konnten nach seinen Angaben Kreditlinien erhöht und rund 300.000 Euro an zusätzlichen Werbeeinnahmen generiert werden.
Eine von Wellenreuthers ersten Amtshandlungen wird die Ernennung eines neuen Trainers sein. Als Favorit gilt Uwe Rapolder, der im Dezember 2009 bei der TuS Koblenz entlassen worden war. Er soll die Badener vor dem Sturz in die 3. Liga bewahren. Der 52-Jährige bestätigte, dass es schon Gespräche gegeben habe. Der KSC hatte sich Ende Oktober von Trainer Markus Schupp getrennt. Als Interims-Coach ist derzeit Markus Kauczinski tätig.
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Quelle: sid , dpa
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