15.02.2011, 15:58 Uhr | sid
Hansa-Anhänger sind erneut über die Stränge geschlagen. (Foto: imago)
Hansa Rostock muss im Kampf gegen seine gewaltbereiten Fans einen Dämpfer einstecken. Doch auch nach der Attacke von etwa 30 vermummten Anhänger auf zwei Journalisten vor dem Spiel des Drittligisten gegen Werder Bremen II wollen sich die Hanseaten nicht unterkriegen lassen. Der Klub kündigte Konsequenzen an. "Das ist eine Straftat und wir helfen bei der lückenlosen Aufklärung, damit die Täter ihre Strafe bekommen.Das ist nicht hinnehmbar", sagte Hansas Vorstandsvorsitzender Bernd Hofmann: "Es ist eine neue Qualität, dass Unbeteiligte Angriffen ausgesetzt sind und dass man im Vorfeld auf die Idee kommt, jemanden herauszupicken."
Auch die Politik hat sich mittlerweile eingeschaltet. Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier forderte die Vereinsführung auf, mit aller Entschiedenheit gegen die Gewalttäter vorzugehen. "Ich glaube, dass Stadionverbote für die wenigen Unbelehrbaren als 'erzieherische Maßnahme' nicht ausreichen", sagte Caffier der "Ostseezeitung". Der Verein hat sich bei den Medienvertretern entschuldigt, von denen zumindest einer mit dem Tode bedroht wurde.
Bereits häufiger hatten Teile der Rostocker Anhängerschaft für negative Schlagzeilen gesorgt. So musste der Verein nach Ausschreitungen im Ost-Derby gegen Dynamo Dresden zwei Auswärtsspiele ohne die Unterstützung der eigenen Fans auskommen. "Es ist traurig, dass unser sportlicher Erfolg deswegen in den Hintergrund rückt. Wir sind sportlich auf Kurs, genau deshalb ist es für den Betrachter nicht nachvollziehbar, was passiert ist", sagte Hofmann.
Aktuell Ergebnisse und Tabelle der 3. Liga
Interview Wolfgang Wolf: "Gegen uns spielt keiner auf Angriff"
Der Verein, derzeit Tabellenzweiter, arbeitet die Vorfälle gemeinsam mit der Polizei auf. Die Anfahrtswege und das Zusammenspiel zwischen Sicherheitsdienst und der Polizei sollen überprüft werden. "Der Wachdienst hat unsere Einsatzkräfte über diesen Vorfall informiert. Als diese aber eintrafen, hatten sich die Angreifer schon zerstreut", sagte eine Sprecherin der Rostocker Polizei. Dabei ist der Verein ein Jahr nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga eigentlich auf einem guten Weg.
Der neuen Vereinsführung um Hofmann, Manager Stefan Beinlich und Trainer Peter Vollmann gelang bis jetzt der Spagat zwischen wirtschaftlicher Konsolidierung des finanziell angeschlagenen Vereins und dem sportlichen Erfolg gut. Doch auch in der vergangenen Woche im Spiel gegen Ahlen hatten Anhänger zum wiederholten Mal in dieser Saison Pyrotechnik und Knallkörper gezündet. "In Ahlen haben aber erstmals eigene Fans den Böllerwerfer aus dem Block geschmissen. Dessen Personalien konnten daraufhin festgestellt werden", sagte Hofmann.
Foto-Show Diese 3.Liga-Kicker haben Bundesliga-Erfahrung
Quelle: sid
Wiederholungsspiel von Gericht abgelehnt.
mehr zum UrteilAmateurtor der Woche: Wähle aus drei Treffern!
zum Voting-VideoRobben fehlt im "Robben-Spiel" gegen Holland.
zum VideoAmateurtor der Woche: Wähle aus drei Treffern!
zum Voting-VideoRobben fehlt im "Robben-Spiel" gegen Holland.
zum VideoAmateurtor der Woche: Wähle aus drei Treffern!
zum Voting-Video