29.04.2012, 16:54 Uhr | dapd
Party pur! Noch vor einem Jahr mussten die Fans des VfR Aalen zum Ende der Saison um den Verbleib in der 3. Liga zittern. Zwölf Monate später machte die Mannschaft mit einem Unentschieden bei der Zweitvertretung des VfB Stuttgart im vorletzten Saisonspiel den Aufstieg in die 2. Liga fix. Der größte Erfolg in der Klubgeschichte wurde gebührend gefeiert: Die Stadt stand bei der Rückkehr der Spieler Spalier, mehrere Autokorsos schlängelten sich durch die 66.000-Seelen-Stadt in Baden-Württemberg. "So viele Leute habe ich in Aalen selten auf einem Fleck gesehen", sagte Coach Ralph Hasenhüttl.
Der Trainer hätte angesichts der Vorsaison nicht mit dem Aufstieg gerechnet: "Hätte mir das jemand vor einem Jahr gesagt, hätte ich ihm geraten, seine Tabletten abzusetzen und etwas anderes auszuprobieren", sagte Hasenhüttl, der bis etwa 3 Uhr morgens mit der Mannschaft feierte.
Etwa 6.000 Anhänger hätten das "historische Ereignis" beim Empfang auf dem Rathausplatz gefeiert. Vor allem freute sich Hasenhüttl, dass dieser Meilenstein mit einem vergleichsweise kleinen Kader gelang, der auch im Winter nicht verstärkt wurde: "Wir wollten die Kameradschaft in der Truppe nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Es ist ein Erfolg des Kollektivs."
Hasenhüttl hatte vor der Saison einen Kader mit vielen jungen Spielern zusammengestellt, "der eigentlich auf Platz fünf bis neun" ausgelegt war. Für die kommende Saison werden er und Sportdirektor Markus Schupp jedoch erneut aktiv werden: "Wir werden niemanden wegschicken und noch mindestens vier Neue holen." Ziel kann nur der Klassenerhalt sein: "Wir müssen sehen, dass wir uns möglichst schnell an das neue Niveau gewöhnen", sagte der bis 2014 gebundene Coach.
Auch in Sachen Infrastruktur muss Aalen nachbessern. Das Stadion ist mit aktuell 11.000 Zuschauern Fassungsvermögen zu klein für die 2. Liga. Eine Auflage der Deutschen Fußball Liga (DFL) ist, es um 1.000 Plätze aufzustocken. "Das ist daher keine große Sache", sagte VfR-Geschäftsführer Ferdinand Meidert der "Schwäbischen Post".
Die DFL verlangt eigentlich Arenen, die 15.000 Fans Platz bietet, kommt Aufsteigern aber entgegen. Schwerer wiegen weitere Umbaumaßnahmen, die den Medien bessere Arbeitsbedingungen ermöglichen sollen. Da das Stadion der Stadt gehöre, sei sie hier aber am Zug, sagte Meidert.
Grundsätzlich ist man aber gut vorbereitet für die kommenden Aufgaben. Das Ziel Aufstieg wird bereits lange verfolgt. 2001 wurde vom Verein das Motto "Wir wollen mehr" ausgerufen, der große Erfolg blieb jedoch aus. Im Sommer 2008 ging Aalen mit dem größten Etat der Liga an den Start, scheiterte jedoch. Selbst Weltmeister Jürgen Kohler, der zuerst Trainer Edgar Schmitt ersetzte und nach 80 Tagen aus gesundheitlichen Gründen auf den Sportdirektor-Posten wechselte, konnte nicht verhindern, dass der teure Kader in die Regionalliga Süd abstieg.
Da die meisten Spielerverträge nur für die 2. und 3. Liga gültig waren, gab es einen personellen Umbruch. Mit einer sehr jungen Mannschaft gelang 2010 der direkte Wiederaufstieg, es folgte die schwierige zurückliegende Saison und nun der erste Aufstieg in die 2. Liga in der Geschichte des 1921 gegründeten Klubs.
Quelle: dapd
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