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Seine Lebensgefährtin schenkte Dieter Müller ein zweites Leben

21.12.2012, 16:28 Uhr | sid, t-online.de

Für ein gute halbe Stunde stand das Herz von Fußball-Legende Dieter Müller still. Seine Freundin rettete ihm das Leben. (Quelle: imago\Martin Hoffmann)

Für ein gute halbe Stunde stand das Herz von Fußball-Legende Dieter Müller still. Seine Freundin rettete ihm das Leben. (Quelle: Martin Hoffmann/imago)

Wer weiß, was ohne Johanna geschehen wäre. Der Abend dämmerte schon an jenem 30. September, als Dieter Müller in seinem Haus in Maintal plötzlich in sich zusammensackte. Ein schwerer Infarkt ließ das Herz des früheren Bundesliga-Torschützenkönigs - wie spätere Untersuchungen ergaben - für 31 Minuten still stehen. Johanna Höhl holte ihn ins Leben zurück.

"Sie hat mir das Leben gerettet", sagte der 58-Jährige später der "Bild"-Zeitung: "Wenn sie nicht gewesen wäre, gäbe es mich nicht mehr. Sie hat sofort reagiert und den Notarzt angerufen. Dann hat sie zehn Minuten lang ununterbrochen auf meine Brust gedrückt." Ohne seine Lebensgefährtin wäre die Ikone des 1. FC Köln und der Kickers Offenbach nicht mehr am Leben.

"Es ist ein Wunder, dass ich noch lebe"

Die Notärzte brachten den zwölfmaligen Nationalspieler in eine nahegelegene Hanauer Klinik, wo er für fünf Tage in ein künstliches Koma versetzt wurde. "Ich habe in dieser Phase Bilder aus alten Tagen gesehen. Wie es beim Karneval in Köln war, oder von den früheren Kickers-Zeiten", sagte Müller: "Ich habe Feen und Kobolde gesehen und in einer Szene sah ich Johanna, wie sie in einem Kleidersack steckte." Es sei "ein Wunder", dass er noch lebe. "Ich hatte tausend Schutzengel."

Große Anteilnahme an Müllers Schicksal

Inzwischen hat sich Müller deutlich von dem Schrecken und der Zeit in der Reha-Klinik erholt. Während der Tage des hoffnungsvollen Bangens stand an seiner letzten Wirkungsstätte bei den Kickers die Zeit still.

Vor dem 5:2 gegen den SV Babelsberg liefen die Spieler am Bieberer Berg mit einem Plakat auf den Rasen ("Alles Gute Dieter Müller"). Bis zum Sommer diesen Jahres stand er dem Klub als Präsident vor.

"Als ich in der Reha war, machte mir die Anteilnahme und Unterstützung der vielen Menschen neuen Mut", sagte er: "Ob Volker Bouffier, Heribert Bruchhagen oder das tolle Transparent der Mannschaft mit den Genesungswünschen - all das gab mir Auftrieb."

Eine Legende in Offenbach und in Köln

Auch in Köln, wo Müller als Legende verehrt wird, herrschte die pure Erleichterung. In 326 Pflichtspielen mit dem Geißbock auf der Brust hatte Dieter Müller 231 Tore erzielt, 1977 (34) und im Meisterjahr 1978 (24) war er Torschützenkönig der Bundesliga.

Müller ist hinter Hans Schäfer (304 Tore) und Hannes Löhr (235) der dritterfolgreichste Schütze der Kölner Vereinsgeschichte. Unvergessen sind seine sechs Tore 1977 beim 7:2-Erfolg über Werder Bremen - es sind bis heute die meisten Tore eines Spielers in einem Bundesliga-Spiel.

Torschützenkönig bei der EM 1976

Für die Nationalmannschaft nahm Müller an der EM 1976 in Jugoslawien und der WM 1978 in Argentinien teil. 1976 schoss er die Mannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei seinem Debüt mit drei Toren gegen Gastgeber Jugoslawien ins Endspiel. Mit vier Treffern wurde er zudem Torschützenkönig des Turniers.

Seinen letzten Auftritt im Nationaltrikot hatte Müller bei der WM zwei Jahre später bei der 2:3-Niederlage in Cordoba gegen Österreich. Nach seinem Karriereende 1989 im Alter von 35 Jahren bei den Kickers, für die er 1973 in der Bundesliga debütiert hatte, erlebte Müller in diesem Jahr einen Neuanfang. "Ich habe ein zweites Leben geschenkt bekommen", sagte er: "Das will ich genießen."

Quelle: sid, t-online.de

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