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Albert Streit bei Viktoria Köln: "Wie ein Neuanfang"

14.01.2013, 16:47 Uhr | dfb.de, FUSSBALL.DE

Wechselt vom Profi- in den Amateurbereich: Albert Streit. (Quelle: imago\Eibner)

Wechselt vom Profi- in den Amateurbereich: Albert Streit. (Quelle: Eibner/imago)

Albert Streit zu Viktoria Köln - einer der besten Spieler der 3. Liga wechselt in eine tiefere Klasse. Was auf den ersten Blick verwunderlich klingt, hat einen logischen Hintergrund. "Ich bin jetzt 32 Jahre alt, wir haben einen kleinen Sohn, Köln ist unsere zweite Heimat geworden", sagt Streit im Interview mit Sven Winterschladen. "Wir wollten nicht wieder umziehen."

Der Mittelfeldspieler kann schon jetzt auf eine wechselhafte Karriere zurückblicken. Großen Leistungen bei Eintracht Frankfurt folgte der totale Absturz beim FC Schalke 04. Erst seit seinem Wechsel zu Alemannia Aachen läuft es wieder. Beim West-Regionalligisten FC Viktoria Köln trifft er nun auf viele ehemalige Weggefährten. "Mit dieser Mannschaft kann es nur ein Ziel geben", sagt Streit: "Wir wollen aufsteigen. Alles andere wäre doch lächerlich und unglaubhaft."

Frage: Herr Streit, seit einer knappen Woche stehen Sie bei Viktoria Köln unter Vertrag. Wie haben Sie die ersten Tage erlebt?
Albert Streit: Es macht großen Spaß. Hier treffe ich auf viele ehemalige Weggefährten. Mit Giovanni Federico, Alexander Voigt oder Andrew Sinkala habe ich zum Beispiel beim 1. FC Köln zusammengespielt. Manuel Glowacz war ein Kollege, als ich in der zweiten Mannschaft von Schalke aktiv war. Das macht mir die Eingewöhnung deutlich leichter.

Mit welchen Zielen treten Sie an?
Es kann für eine Mannschaft mit unserem Potenzial nur ein Ziel geben: Wir wollen in die 3. Liga aufsteigen.

Wie gut kennen Sie die Regionalliga?
Ich habe mich vorher nicht so intensiv damit auseinander gesetzt. Ich kenne die anderen Mannschaften nicht, ich habe eher nach oben geschaut - Bundesliga, Champions League. Aber ich sehe darin kein Problem. Wir sind so stark besetzt. Da sollten wir uns nicht nach anderen richten. Wir sollten nur auf uns schauen.

Schauen Sie auch bereits weiter nach vorne? Was kommt nach einem möglichen Aufstieg?
Nein, solche Gedankenspiele habe ich mir abgewöhnt. Wir wollen jetzt den ersten Schritt machen. Das wird schwer genug. Danach sehen wir weiter. Es bringt nichts, so weit nach vorne zu schauen. Dafür ist das Geschäft zu schnelllebig.

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Wenn Sie zurückblicken: An was erinnern Sie sich besonders gerne?
Beim 1. FC Köln war es super. Aber vor allem die Zeit bei Eintracht Frankfurt war wirklich toll. Sportlich war ich da sicher auf dem Höhepunkt, ich war im besten Fußballer-Alter. Wir haben UEFA-Cup gespielt. Das war riesig, daran erinnere ich mich immer gerne.

Aber zu Albert Streit gehört auch das Kapitel beim FC Schalke 04. Wie denken Sie heute daran zurück, als man Sie als Abzocker abgestempelt hat: Haben Sie auch Fehler gemacht?
Ganz bestimmt. Sportlich war es sicher eine verlorene Zeit. Aber ich bin ganz ehrlich: Ich möchte überhaupt nicht mehr darüber sprechen. Es ist alles geschrieben worden, es ist alles bekannt, für mich ist das Thema erledigt. Es war schlimm für mich persönlich. Das kann sich doch jeder vorstellen. Jetzt schaue ich nur noch nach vorne. Ich freue mich auf die Herausforderung bei Viktoria. Die Zeit bei Alemannia zuletzt war ein Neuanfang für mich. Schade, dass es dort nicht weitergehen konnte.

Im Fachmagazin "Kicker" waren Sie nach der Hinrunde sogar notenbester Spieler der 3. Liga.
Ja, und darüber freue ich mich natürlich. Es ist eine Bestätigung der Mühe. Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Und das brauche ich, um meine beste Leistung abrufen zu können.

Mal ehrlich, sind Sie nicht zu gut für die Regionalliga?
Ich hatte auch Anfragen aus höheren Spielklassen. Aber es wird sicher nicht leicht für mich in der Regionalliga. Je weiter man nach unten geht, desto schwerer wird es für einen technisch versierten Spieler. In der Bundesliga wird vieles spielerisch gelöst. In der Regionalliga gibt es auch andere Wege, um den Gegner vom Ball zu trennen. Das wird noch mal eine ganz neue Herausforderung. Außerdem kann man bei der Viktoria ebenfalls vernünftiges Geld verdienen. Denn eines ist doch auch klar: Auf diesem Niveau spielt heutzutage keiner mehr umsonst.

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Hatte Ihr Engagement in Köln auch private Gründe?
Natürlich. Ich wollte meiner Familie nicht einen erneuten Umzug zumuten. Wir leben jetzt seit eineinhalb Jahren in Köln, das ist unsere zweite Heimat geworden. Wir haben einen kleinen Sohn. Ich möchte nicht wieder weggehen. Ich möchte erleben, wie er aufwächst.

Ist Viktoria also Ihre letzte Station?
Vielleicht, ich weiß es noch nicht. Der FC Barcelona wird wahrscheinlich nicht mehr wegen eines Wechsels anfragen… Aber mal im Ernst: Ich habe jetzt für eineinhalb Jahre unterschrieben. Auf die Zeit freue ich mich. Was danach kommt? Darüber mache ich mir jetzt erst mal keine Gedanken.

Quelle: dfb.de, FUSSBALL.DE

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