12.12.2012, 12:45 Uhr | sid, FUSSBALL.DE, dpa
Die Aachener Dauerkatenbesitzer werden zur Kasse gebeten. (Quelle: osnapix/imago)
Wieder schlechte Nachrichten für die Fans von Alemannia Aachen: In Folge des Insolvenzverfahrens beim Drittligisten müssen bei Heimspielen künftig auch die Dauerkarteninhaber des Traditionsklubs Eintritt zahlen. Das berichtet die "Aachener Zeitung". Diese Maßnahme trifft rund 8500 Aachener Fans. Auch die 21 Logenbesitzer und 596 Inhaber eines Business-Seats müssten bei Interesse ein zweites Mal zum Portemonnaie greifen.
Den Preis können die Fans allerdings selbst bestimmen. "Wir hoffen dabei auf die Solidarität unserer Fans", sagte Sanierungsgeschäftsführer Michael Mönig über die ungewöhnliche Maßnahme. Einen Mindestbetrag nannte die Alemannia nicht. Aus insolvenzrechtlichen Gründen würden diese Fans wie Gläubiger behandelt, teilte die Alemannia mit.
"Wir müssen uns hier an die Gesetze halten und haben keinen Spielraum", sagte Mönig. Der Erlös komme dem Kader der Alemannia zugute, der in der Rückrunde den sportlichen Verbleib in der Liga sichern soll. Betroffen sind auch die Guthaben auf den elektronischen Bezahl-Karten. Auch dieses Geld kann nicht zurückgezahlt werden, Speisen und Getränke müssen am Tivoli in der Rückrunde bar bezahlt werden. "Alle Verbindlichkeiten, die vor dem Insolvenzantrag gegenüber der Alemannia Aachen GmbH entstanden sind, dürfen derzeit nicht bedient werden", hieß es in einer Erklärung.
Alemannia Aachen hatte im November einen Insolvenzantrag in Eigenverwaltung beim Amtsgericht Aachen gestellt. Ziel des Zweitliga-Absteigers ist die Sanierung, um befreit in der Regionalliga neu zu starten. Die Alemannia hatte zuletzt eine Liquiditätslücke von 4,5 Millionen Euro offengelegt. Hintergrund der finanziellen Probleme sind neben dem Zweitliga-Abstieg besonders die Kosten für den Neubau des Tivoli-Stadions.
Ende November war Meino Heyen als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des Drittligisten zurückgetreten. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) untersucht nach dem Bekanntwerden der wirtschaftlichen Schwierigkeiten des ehemaligen Bundesligisten, ob vom Verein vor der Saison unvollständige oder falsche Angaben gemacht worden sind, um die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten.
Quelle: sid, FUSSBALL.DE, dpa
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