15.12.2011, 11:35 Uhr | mspw
Alexander Voigt will als Kapitän vom FC Carl Zeiss Jena unbedingt die Klasse halten. (Quelle: imago)
Beim Drittligisten FC Carl Zeiss Jena zählt Alexander Voigt zu den Routiniers. Als Kapitän ist der 33-jährige Abwehrspieler aktuell besonders gefordert. Denn die Thüringer belegen derzeit den letzten Tabellenplatz. "Vor uns liegt ein Riesen-Brocken", sagte Voigt im Interview mit "DFB.de". "Wir benötigen schon fast ein kleines Wunder, aber Wunder gibt es immer wieder."
Voigt steht seit 2010 bereits zum zweiten Mal in Jena unter Vertrag. Von Ende Dezember 2006 bis Mitte 2007 war er bei seinem ersten Engagement allerdings nur ein halbes Jahr beim FCC. Wesentlich länger spielte Voigt beim 1. FC Köln, bei dem er den Sprung aus dem Nachwuchs- in den Senioren-Bereich schaffte. Insgesamt 194 Mal kam er in der ersten und zweiten Liga für die Geißböcke zu Einsatz.
Weitere Stationen des gebürtigen Kölners waren Borussia Mönchengladbach, Roda Kerkrade in den Niederlanden, die SpVgg Greuther Fürth und der FSV Frankfurt. Mit Köln stieg Voigt dreimal, mit Mönchengladbach einmal in die 1. Bundesliga auf. Jetzt geht es mit Jena um den Klassenverbleib in der 3. Liga.
Voigt schätzt die Situation trotzdem als "nicht aussichtslos" ein: "Klar, vor uns liegt im neuen Jahr ein Riesen-Brocken, den wir beiseite räumen müssen. Dabei können wir uns wegen der Ausgeglichenheit der Liga nicht auf andere verlassen. Jede Mannschaft macht regelmäßig ihre Punkte. Wir müssen schauen, dass wir eine Serie starten und erst einmal wieder in Schlagdistanz zur Konkurrenz kommen", so der 33-Jährige.
Beim jüngsten 2:4 in Burghausen drehte Jena zunächst das Spiel, verlor am Ende aber doch noch. Für Voigt und sein Team wäre ein Sieg natürlich hilfreicher gewesen: "Wir wurden nach Niederlagen schon recht häufig für unsere ordentlichen Leistungen gelobt. Das kann ich nicht mehr hören, denn dafür können wir uns nichts kaufen. Ich hätte lieber ein Drecksspiel und drei Zähler gehabt", sagte er.
Die Gründe für den Misserfolg sieht er vor allem in der Anzahl an Fehlern, die gemacht worden seien. Und damit meine er entscheidende Patzer in brenzligen Situationen, "nicht die Fehler im Mittelfeld, die du noch ausbügeln kannst", sagte Voigt. Das bevorstehende Thüringen-Duell gegen Rot-Weiß Erfurt könnte dabei zum Gratmesser werden: "Wir sind Außenseiter, wollen aber mit einem Erfolgserlebnis ein Lebenszeichen an unsere Fans senden", so Voigt.
Die Chancen, in der Rückrunde den Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen, schätzt er als durchaus groß ein, denn keiner laufe im Team mit hängendem Kopf herum. "Diesmal benötigen wir ein kleines Wunder, aber Wunder gibt es schließlich immer wieder."
Gegen den Abstieg habe er schließlich schon häufiger gespielt. Der Druck sei immer riesengroß, weil es um den ganzen Verein gehe. "Mit dem FSV Frankfurt lagen wir in der Saison 2009/2010 nach der Hinrunde mit 13 Punkten sechs Zähler hinter dem rettenden Ufer. Dank einer Rückrunde mit 25 Punkten haben wir den Klassenverbleib trotzdem noch geschafft", erinnert sich Voigt.
Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Dennoch kann sich der 33-Jährige vorstellen, noch "zwei bis drei Jahre zu spielen". Momentan mache er sich keine großen Gedanken über die kommende Saison. Entscheidend sei, dass er als Kapitän seinen Beitrag zum Liga-Verbleib leiste. Nach seiner aktiven Profi-Karriere wolle er in naher Zukunft aber auch einen Trainerschein machen und in seine Heimatstadt Köln zurückkehren.
Als seinen größtes sportliches Highlight bezeichnete er den 5:3-Sieg mit dem 1. FC Köln bei Hannover 96 in der Zweitliga-Saison 1999/2000 am 30. Spieltag. "Wir lagen schon 1:3 zurück und haben dann eine Aufholjagd gestartet. Mir ist das Tor zum 4:3 geglückt. Dank des Sieges war der vorzeitige Aufstieg perfekt", schwärmt Voigt.
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