25.08.2010, 10:09 Uhr | FUSSBALL.DE
Alexandra Popp feiert in Bielefeld den Gewinn der U-20-Weltmeisterschaft. (Foto: imago)
Das Gespräch führte Sabine Schreiber
Die FIFA lobt die Weltmeisterin Alexandra Popp als "Multitalent auf ganzer Linie". Kein Wunder, denn die DFB-Nachwuchsspielerin ist als Gewinnerin des Goldenen Schuhs und des Goldenen Balls die Überfliegerin der U-20-WM in Deutschland. Die Torjägerin, die in ihrem Verein Duisburg eigentlich verteidigt, bleibt jedoch ganz bescheiden und spricht im exklusiven FUSSBALL.DE-Interview über ihre Stärken und Schwächen, den Anteil der Zuschauer am Erfolg und die Frauen-WM 2011.
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FUSSBALL.DE: Wie wild war die Feier nach dem WM-Triumph und vor allem wie lang?
Alexandra Popp: Die Feier ging so ungefähr bis 4 Uhr. Es war eine super Feier mit toller Stimmung und wir hatten natürlich auch einen echten Grund abzurocken.
Mit etwas Abstand, wie haben Sie das Turnier in Deutschland erlebt?
Es war grandios. Wir hätten nicht gedacht, dass unsere WM so einschlägt. Es hat einfach riesen Spaß gemacht in vollen Stadien zu spielen. Wir wurden toll angefeuert, das hat uns beflügelt noch schöneren Fußball zu spielen. Ich denke, das war eine sehr gelungene Generalprobe, auch von der Organisation her, für die WM 2011 nächstes Jahr.
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Haben Sie mit einem so großen Zuschauerandrang gerechnet, teils ausverkaufte Stadien, war das Thema in der Mannschaft?
Wir haben nie damit gerechnet, dass die Stadien so voll werden. Vor allem über die volle Distanz des Turniers. Beim Eröffnungsspiel waren ja auch einige Schulklassen dabei, da haben wir eher erwartet, dass die nächsten Spiele nicht so gut besucht sind. Und dass das Ganze dann so geboomt hat und wir die Zuschauer so gut begeistern konnten, ist unglaublich. Es hat uns dann einfach noch mehr Spaß gemacht zu spielen, aus der Kabine zu kommen bei dieser Atmosphäre.
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Wie viel von der Unterstützung bekommt man überhaupt während eines Spiels mit?
Teils, teils. Man bekommt schon einiges von dem mit, was auf den Rängen passiert. Aber man hat natürlich auch die gewisse Konzentration bei den Spielen. Dann ist Abschalten und Tunnelblick angesagt. Man hört nur noch Gegner und Mitspielerinnen.
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Was hat es mit Ihrer Torjubel-Geste auf sich, dem Skorpion von Jansen?
Den Skorpion hab ich mir damals abgeguckt von Marcell Jansen, als er ein Tor so bejubelt hat. Außerdem finde ich ihn als Spieler top.
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Rechnen Sie mit einem Platz im A-Team für die WM 2011? Das ist ja eine einmalige Chance zwei Heim-WMs hintereinander zu spielen.
Ich denke, ich habe jetzt mit der U-20-WM die Aufmerksamkeit auf mich lenken können. Dann muss ich natürlich noch weiter an mir arbeiten und darf mich jetzt nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Auf keinen Fall. Und dann hoffe ich natürlich nächstes Jahr dabei zu sein.
Die FIFA hat nach der U-20-WM, bei der Sie beste Torschützin und beste Spielerin des Turniers waren, wahre Lobeshymen gesungen. "Ein Multitalent auf ganzer Linie." Wie würden Sie sich selbst beschreiben auf dem Platz?
Ich bin immer für ein Törchen gut, wenn ich im Sturm spiele. Ich bin eine aggressive Spielerin, sehr kopfballstark, zweikampfstark. Ich muss an meiner Übersicht arbeiten, Ruhe behalten um dann im richtigen Moment auch den richtigen Pass zu spielen.
Was spielen Sie eigentlich lieber – Verteidigerin oder Stürmerin?
Mir ist es eigentlich egal wo ich spiele, Hauptsache ich spiele. Wenn ich die Wahl habe, ziehe ich das Toreschießen vor.
Ist es schwer, sich nach so einem genialen Turnier wie der Heim-WM wieder neu zu motivieren? Ihre Pause war sehr kurz dieses Mal.
Nein, gar nicht. Ich habe mich jetzt riesig auf den Verein gefreut und auf die Mädels hier. Wir haben auch schon wieder richtig Spaß zusammen.
Gab es einen netten Empfang für Sie?
Eigentlich nicht. Wir (auch Turid Knaak ist Weltmeisterin geworden, Anmerkung der Redaktion) haben die Glückwünsche entgegengenommen, die Mannschaft ist stolz auf uns. Doch es ging dann auch ganz normal mit dem Training weiter. Nichts Besonderes.
Schauen Sie sich die Spiele der Herren-Nationalmannschaft an, wie haben Sie die Herren-WM erlebt?
Die Herren-WM fand ich sehr interessant, habe aber leider nicht alle Spiele sehen können. Man hat ja im Vorfeld nicht so viel von der deutschen jungen Truppe erwartet, wie sie dann geleistet haben. Da muss ich ihnen wirklich Respekt aussprechen. Und was das Favoritensterben angeht – das war schon sehr überraschend, wer alles früh ausgeschieden ist.
Haben Sie ein Idol, auch unter weiblichen Spielerinnen?
Nein bei den Frauen keine. Mein sportliches Vorbild ist Pavel Nedved.
Sind Sie Fan einer Herren-Bundesliga-Mannschaft? Sie kommen ja aus dem Schalker Nachwuchs.
Mein Lieblingsverein ist der BVB.
Gäbe es denn auf Klub-Ebene einen international reizvollen Verein, bei dem Sie auf lange Sicht gerne mal spielen würden?
Da habe ich mir bisher keine Gedanken drüber gemacht. Mein Vertrag hier beim FCR läuft bis 2012 und dann werde ich weitersehen. Vorher mache ich mir darüber auch keine Gedanken.
Werden Sie nun auch beim FCR stürmen? Die Frage drängt sich einfach auf.
Eigentlich sollte ich ja im ersten Spiel der CL-Quali geschont werden, wegen der WM. Doch dann fiel Inka Grings aus, die bereits angeschlagen war. Und dann hab ich doch im Sturm gespielt und ja auch ein Tor geschossen. Grundsätzlich habe ich mit Martina (Trainerin Martina Voss-Tecklenburg, Anmerkung der Redaktion) noch nicht darüber gesprochen. Ich werde auf jeden Fall da spielen, wo sie mich einsetzt und ich der Mannschaft helfen kann.
Quelle: FUSSBALL.DE
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