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"Es hat uns mit voller Wucht getroffen"

24.03.2013, 15:44 Uhr | FUSSBALL.DE

Frost und Schnee verhindern derzeit Fußball auf Amateurebene. (Quelle: imago\Claus Bergmann)

Frost und Schnee verhindern derzeit Fußball auf Amateurebene. (Quelle: Claus Bergmann/imago)

Von Alexandra Stober

Nichts ist bei den Amateuren wohl derzeit gefürchteter als die Formulierung "Verlegte Spiele außerhalb des Spieltags". Beispiel Verband Niederrhein, Kreisliga B, Gruppe 1: Wir schreiben den 20. Spieltag. Theoretisch zumindest. "Wir kommen mit dem Zählen der Nachholpartien kaum noch hinterher", sagt Hans-Georg Trinker, Trainer der ersten Mannschaft des SV Werth, der von den Wetterkapriolen besonders betroffen ist.

Denn: Trinkers Kader umfasst ganze zwölf Feldspieler. "Davon studieren zwei und einer ist unter der Woche beruflich in Koblenz." Das bedeutet, dass er bei den Nachholterminen, die fast allesamt donnerstags angesetzt sind, auf Spieler der zweiten Mannschaft oder der Alten Herren zurückgreifen muss. "Das war auch in der Hinrunde schon ein paar Mal so, aber jetzt wird es die Regel sein", erklärt der Trainer.

Ostermontag – und kein Torwart

Umso erstaunlicher, wie gut Trinkers Mannschaft in ihrer Staffel dasteht: Sie spielt um den Aufstieg in die Kreisliga A mit. Gar nicht darüber nachdenken will der Coach, was ist, wenn sich jetzt noch einer seiner Spieler verletzt. "Von einem Sonntag zum anderen bekommt man einiges wieder hin, aber eben nicht, wenn es schon nach drei Tagen mit dem nächsten Spiel weitergeht", so Trinker. Für das Nachholspiel am Ostermontag muss er noch "einen Torwart herbeizaubern", weil seine beiden Keeper am Feiertag terminlich verhindert sind.

Keine Spiele, keine Einnahmen

75 Kilometer südöstlich hat man noch mit ganz anderen Problemen als fehlenden Torhütern zu kämpfen: Der SC Westfalia Herne, der finanziell eh seit langem nicht gerade auf Rosen gebettet ist, hat seit seinem letzten Heimspiel Anfang Dezember 2012 quasi nichts mehr eingenommen. Schnee und Eis haben dafür gesorgt, dass die Rückrunde der Oberliga für den Traditionsklub erst mit siebenwöchiger Verspätung begonnen hat.

"Es hat uns mit voller Wucht getroffen. Wir haben laufende Fixkosten, vor allem für das Stadion. Und wie bei jedem Betrieb, kann es nicht lange gutgehen, wenn man nur Ausgaben, aber keine Einnahme hat", so Sascha Loch, der Vorsitzender des Klubs, gegenüber "Reviersport". Er räumt ein, dass der Verein mit einigen Zahlungen im Verzug sei. Der Klubchef hofft darauf, dass es nun wirklich schnell Frühling wird und dann zu den noch ausstehenden neun Heimspielen bei schönem Wetter umso mehr Fans kommen: "Wir können nur an das gesamte Umfeld appellieren: Geht nicht in den Biergarten, sondern kommt zu uns ins Stadion!"

Saarländische Gelassenheit

Das Stadion des SV Elversberg liegt 340 Kilometer südlich von dem der Herner Westfalia – auf einer Anhöhe, dazu noch relativ schattig. Was bedeutet: Der saarländische Regionalligist musste in diesem Winter allein vier Heimspiele absagen; dazu kommen noch einige verlegte Auswärtsspiele. In den zwei Monaten bis zum Ende der Saison am 25. Mai ist für den SV Elversberg deshalb jede Woche eine englische. "Jetzt geht´s nur noch: spielen, regenerieren, spielen, regenerieren", sagt Trainer Jens Kiefer, der mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die Dritte Liga anpeilt.

Er nimmt die Situation mit großer Gelassenheit, beschwert sich nicht über den Drei-Tage-Rhythmus: "Was soll man machen? Es war halt extrem mit dem Wetter. Wir denken da jetzt nicht so viel drüber nach, machen einfach unsere Spiele." Einen Nachteil im Aufstiegskampf gegenüber den Teams, die bis zu fünf Spiele mehr auf dem Konto haben, sieht Kiefer nicht.

Mindestens zwei Tage Pause

"Bislang ist alles noch im Rahmen", befindet auch Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, in der der SV Elversberg spielt. Die Maßgabe sei, dass mindestens zwei Tage zwischen den Spielen liegen. "Und das bekommen wir hin – wenn es nicht noch eine Kälteperiode mit Spielabsagen gibt", so Döther, der die Nachholspiele in Absprache mit den Vereinen ansetzt. Die Saison zu verlängern, wäre kaum machbar. Denn schon vier Tage nach dem Ende der Spielzeit stehen die Hinspiele der Relegation zur Dritten Liga an, die wiederum bereits Mitte Juli in die neue Saison startet.

In den Ligen unterhalb der Regionalliga ist eine Verlängerung der Saison jedoch ausnahmsweise möglich – zumindest in Hessen. Dort hat sich der Hessische Fußballverband zu diesem außergewöhnlichen Schritt entschieden: Er gibt den Vereinen die Möglichkeit, das Pfingstwochenende für Nachholspiele zu nutzen und die Saison um vier Tage zu verlängern. Ob dies tatsächlich nötig ist, sollen die zuständigen Kreise ermitteln und dem Verband bis zum 7. April mitteilen.

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Quelle: FUSSBALL.DE

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