20.03.2013, 09:31 Uhr | FUSSBALL.DE
Damir Ivancicevic (re.) strahlt bei seiner Einwechslung gegen Leverkusen. (Quelle: Rot-Weiss Essen)
Von Julian Moering
In der 77. Minute der Regionalligapartie Rot-Weiss Essen gegen die U23 von Bayer Leverkusen (4:0) hatten die über 6000 Anhänger an der Essener Hafenstraße noch einmal richtig Grund zu feiern. Aber nicht etwa, weil ein Tor gefallen war. Denn exakt zu diesem Zeitpunkt ging eine fast dreijährige Leidenszeit zu Ende. Nach 931 Tagen feierte Damir Ivancicevic sein Comeback in der ersten Mannschaft und ganz nebenbei noch sein Regionalligadebüt. Die Fans begrüßten den 23-jährigen Rückkehrer mit Standing Ovations.
"Das war überragend und dann auch noch auf dieser großen Bühne", beschreibt Ivancicevic seine Gefühle bei der Einwechslung gegenüber FUSSBALL.DE. Die ganzen 13 Minuten, die das Spiel noch dauerte, hatte der Kroate "ein Dauergrinsen im Gesicht".
Kein Wunder, denn was Ivancicevic in den 931 Tagen zuvor durchgemacht hat, erleben die meisten Fußballer in ihrer ganzen Karriere nicht. Zwei Kreuzbandrisse in kurzer Folge drohten die Karriere des hoffnungsvollen Mittelfeldtalents zu beenden, bevor sie richtig begonnen hatte.
Als er das letzte Mal für die erste Mannschaft von RWE auflief, war er blutjunge 20 Jahre alt. Das war am 27.08.2010 beim Heimspiel in der NRW-Liga gegen den SV Schermbeck. Wenige Tage später am 01.09. nahm die Tragödie bei einem Testspiel seinen Lauf. Diagnose Kreuzbandriss.
Es folgten eine Operation und sieben Monate Reha. Im Mai 2011 hatte er sich bereits wieder an die erste Elf heran gekämpft, als es nach einem Schuss im Training erneut passierte. Der zweite Eingriff fand jedoch erst im September statt, da eine konservative Behandlung nicht ansprach und Ivancicevic immer wieder über Schmerzen klagte. Ein schwerer Rückschlag für jemanden, der Fußball als seinen "Lebensinhalt" bezeichnet.
"Das wünsche ich wirklich niemandem", blickt Ivancicevic auf die harte Zeit zurück. Zwangsläufig kamen auch die Gedanken an ein Karriereende. "Na klar denkt man darüber nach. Es ging mir sehr vieles durch den Kopf, aber meine Familie, meine Freunde und die Mannschaft haben mir über die ganze Zeit Mut gemacht."
Und die harte Arbeit in der Reha hat sich gelohnt. Die Einwechslung gegen Leverkusen hat einer schon totgeglaubten Karriere wieder neues Leben eingehaucht. Jetzt will Ivancicevic Vollgas geben. "Ich bin froh, dass ich fit bin. Jetzt will ich mich dem Trainer weiter anbieten und hoffe, dass ich noch weitere Einsätze bekomme." Vielleicht schon im nächsten Spiel beim FC Kray.
Quelle: FUSSBALL.DE
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