18.09.2010, 12:58 Uhr | dpa, sid
Die Staatsanwaltschaft Bielefeld hat Geschäftsräume des Zweitligisten Arminia Bielefeld durchsucht und umfangreiche Unterlagen sichergestellt. Wie das "Westfalen-Blatt" berichtet, bestehe der Verdacht der Untreue. "Die Untersuchungen richten sich jedoch weder gegen den Verein noch gegen aktuelle Mitarbeiter von Arminia Bielefeld", sagte Bielefelds Pressesprecher Marcus Uhlig. "Arminia Bielefeld ist an einer kompletten Aufklärung des Sachverhaltes sehr interessiert', fügte DSC-Präsident Wolfgang Brinkmann an.
Uhlig erklärte, die Ermittlungen stünden im Zusammenhang mit dem "Ausbau der Haupttribüne in der Schüco Arena". Dieser hatte 19 Millionen Euro gekostet. Ursprünglich waren elf Millionen Euro veranschlagt worden. Diese Kostenexplosion gilt als wesentliche Ursache für die Finanzmisere, die den Zweitligisten an den Rand der Insolvenz getrieben hatte.
Es gelte nun zu prüfen, ob Personen, die damals die Interessen des Vereins vertraten, diese womöglich verletzt haben könnten. Das sagte der Pressesprecher der Bielefelder Staatsanwaltschaft, Klaus Pollmann, dem "Westfalen-Blatt". Laut Pollmann liegt eine anonyme Anzeige vor. Deshalb seien die Untersuchungen aufgenommen worden. Der Verein werde mit der Staatsanwaltschaft kooperieren, erklärte Uhlig.
In diesem Zusammenhang verwies Pollmann auch auf die Jahreshauptversammlung des Klubs vom 5. September dieses Jahres. Dort hatte DSC-Aufsichtsratsmitglied Friedrich Straetmanns bei seinem Prüfungsbericht zum Stadionausbau kritische Worte in Richtung Roland Kentsch und Hans-Hermann Schwick gefunden. "Meiner Meinung nach sind Schatzmeister Kentsch und Aufsichtsratschef Schwick ihrer Verantwortung nicht in ausreichendem Maße nachgekommen. Die Aktenlage ergibt keine gründliche Planung und Durchführung des Stadionumbaus", hatte Straetmanns gesagt.
Quelle: sid , dpa
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