07.02.2010, 15:41 Uhr
Arminia Bielefeld erwägt einen Stadionverkauf. (Foto: imago)Der finanziell angeschlagene Zweitligist Arminia Bielefeld erwägt einen Verkauf seiner Arena. "Aus meiner Sicht ist es sinnvoller, über den Stadionverkauf nachzudenken, als über den Verkauf von Spielern", sagte der kaufmännische Geschäftsführer der Arminia Bielefeld GmbH und Co. KGaA, Heinz Anders, dem "Westfalenblatt". Die Entscheidung über einen Verkauf der SchücoArena könne aber nur der eingetragene Verein (e.V.) als Eigentümer des Stadions treffen. "Als Geschäftsführer der KGaA könnte ich nur dazu hinleiten", sagte Anders dem Blatt.
Nach Angaben mehrerer Zeitungen drücken die Ostwestfalen Schulden und Verbindlichkeiten in Höhe von insgesamt rund 15,5 Millionen Euro. Im operativen Geschäft der laufenden Saison klafft eine Lücke von 2,5 Millionen Euro. Laut Anders summieren sich allein die offenen Rechnungen auf rund 1,2 Millionen Euro.
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Vor allem mit dem Ausbau und der Modernisierung der SchücoArena hat sich der Klub verhoben, zudem verlief die Entwicklung bei den Zuschauerzahlen und den Sponsorzuwendungen nach dem Bundesliga-Abstieg nicht wunschgemäß. Allein 13 Millionen Euro sind für das Stadion noch zu tilgen. "Die neue Tribüne war viel zu teuer und exklusiv für uns", sagte Arminias Aufsichtsratschef Norbert Leopoldseder der "BamS".
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Der Wert der Arena ist von einem Gutachter auf etwa 50 Millionen Euro taxiert worden. Bislang zahlt die für den Profibetrieb zuständige KGaA jährlich etwa vier Millionen Euro an Pacht und Lizenzgebühren an den Verein Arminia e.V. Im Fall eines Eigentümerwechsels ginge die Pacht an die neue Betriebsgesellschaft, der Verein wäre wieder liquide. Hinter den Kulissen laufen angeblich bereits konstruktive Gespräche über den Stadionverkauf an eine neue Betriebsgesellschaft.
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Zudem könnte die Arena zu einem späteren Zeitpunkt wieder zurückgekauft werden. "Es wäre ja möglich, eine Rückkaufoption zu vereinbaren", sagte Anders, der von einem drohenden Kollaps des Traditionsklubs nichts wissen will. Der Spielbetrieb des Klubs sei nicht gefährdet, versicherte Anders, der gemeinsam mit Sportchef Detlev Dammeier Ende der Woche bei der Deutschen Fußball Liga antreten muss.
Bei Wirtschaftsvertretern in Ostwestfalen besteht seit längerem eine grundsätzliche Bereitschaft, dem Verein zu helfen. Allerdings überdenken mögliche Sponsoren ihr Engagement nach Bekanntwerden des Finanzloches neu. Schüco-Geschäftsführer Dirk U. Hindrichs sprach von "völlig neuen Vorzeichen". Hindrichs koordiniert eine Initiative von etwa 15 Firmen, die ein Engagement bei der Arminia in Aussicht gestellt hatten. Nach "Westfalenblatt"-Informationen steht eine Summe von unter zehn Millionen Euro im Raum.
Quelle: dpa
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