26.09.2012, 22:08 Uhr | sid
Augsburgs Aristide Bance (re.) und Leverkusens Ömer Toprak im Kopfballduell. (Quelle: dapd)
Mit dem ersten Bundesliga-Auswärtssieg seit fast fünf Monaten hat Bayer Leverkusen den FC Augsburg noch tiefer in die sportliche Krise geschossen. Beim lockeren 3:1 (3:0)-Erfolg machten Stefan Kießling (7. Spielminute), Philipp Wollscheid (39.) und André Schürrle (44.) schon vor der Pause alle schwäbischen Hoffnungen zunichte. Für die ambitionierten Rheinländer waren es die ersten drei Zähler der jungen Saison auf fremdem Platz. Harmlose Augsburger hatten dem Europa-League-Starter nichts entgegenzusetzen und festigten den letzten Tabellenplatz im Fußball-Oberhaus.
Die Abgezocktheit einer Spitzenmannschaft verhalf der Werkself zum kurzen Prozess mit den bemitleidenswerten Schwaben, deren bis dato desolate Vorstellung schon zur Halbzeit mit gellenden Pfiffen von den Rängen bedacht wurde. Bemüht und kämpferisch ordentlich, ansonsten aber fast gänzlich chancenlos präsentierte sich die Elf von Markus Weinzierl, der seine Mannen mit weitgehend starrem Blick von der Bank aus beobachtete. Erst im zweiten Durchgang wurde sein Team etwas besser, Tobias Werner (51.) gelang vor nur 25.211 Zuschauern immerhin der erste Saison-Heimtreffer. Schon vergangene Saison war der FCA zweimal gegen Leverkusen eingegangen - bei insgesamt 2:8 Toren.
Vor allem die frühe Führung tat der Werkself nach bis dato zwei Auswärtspleiten sichtlich gut - das Tor aber war umstritten. Selbst die Fernsehbilder lieferten keinen eindeutigen Aufschluss darüber, ob der Ball nach Kießlings Kopfball wirklich mit vollem Umfang die Torlinie überquert hatte. Schon Sekunden vor dieser Szene hatte der frühere Nationalspieler Gonzalo Castro mit einem brachialen Gewaltschuss die forsche Gangart der Leverkusener unterstrichen - da sprang die Kugel von der Unterkante der Latte genau auf die Torlinie.
Hervorgegangen war das alles überhaupt erst durch einen unnötigen Fehlpass von Augsburgs Gibril Sankoh - die Situation verdeutlichte die Not des Schlusslichts: Hinten fehlen in dieser Saison bisher Sicherheit und Cleverness, vorne Durchschlagskraft und Effizienz. Tobias Werners Versuch aus der Distanz (11.) war kaum der Rede wert, sein Anschlusstor nach Vorlage von Daniel Baier immerhin ein schöner Heber. Eine Ausnahme, denn ansonsten fand die Augsburger Offensive kaum statt, Stoßstürmer Aristide Bancé blieb auch in der fünften Bundesligapartie für seinen neuen Verein blass.
Bayer war der Wille nach Auswärtsbeute sofort anzumerken. Überlegen trat die Elf des Trainergespanns Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä von Beginn an auf, allerdings lange nicht dominant. Leverkusen bewies seine spielerischen Qualitäten zunächst nur selten, im Spiel nach vorn kam der letzte Pass zu oft nicht an. Alles egal - denn Bayer bewies vor dem FCA-Tor große Effizienz. Wollscheid hielt beim 2:0 nach einem Eckball drauf und profitierte davon, dass Sankoh den Ball noch abfälschte. Kurz darauf ließ Schürrle die Verteidiger wie Statisten stehen und schoss zum dritten Mal ein. Kießling (75.) verpasste kurz vor Schluss den möglichen vierten Treffer.
5. Spieltag | ||||
FC Bayern München | - | VfL Wolfsburg | 3:0 | |
FC Schalke 04 | - | 1. FSV Mainz 05 | 3:0 | |
SpVgg Greuther Fürth | - | Fortuna Düsseldorf | 0:2 | |
Eintracht Frankfurt | - | Borussia Dortmund | 3:3 | |
Borussia Mönchengladbach | - | Hamburger SV | 2:2 | |
VfB Stuttgart | - | TSG 1899 Hoffenheim | 0:3 | |
Hannover 96 | - | 1. FC Nürnberg | 4:1 | |
SC Freiburg | - | SV Werder Bremen | 1:2 | |
FC Augsburg | - | Bayer Leverkusen | 1:3 | |
Quelle: sid
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