18.06.2010, 18:50 Uhr | fussball.de
Aus Südafrika berichten Patrick Brandenburg und Markus Polak
Alberto Undiano wird bedrängt von den DFB-Kickern. (Foto: dpa)Bastian Schweinsteiger hatte schon zur Halbzeit genug. Auf dem Weg in die Kabine schnappte sich Deutschlands Mittelfeldchef den FIFA-Schiedsrichter Alberto Undiano und geigte ihm ordentlich die Meinung. Als die Niederlage gegen Serbien im zweiten WM-Vorrundenspiel besiegelt war, legte der Münchner nach: "So macht Fußball keinen Spaß mehr. In der Champions League würde man über solche Leistungen lachen." Fast alle Teamkollegen schlugen nach der überraschenden 0:1-Pleite in die gleiche Kerbe. (Video: "Der Schiri ist schuld" - Fanstimmen zur DFB-Pleite)
Die DFB-Spieler haben in dem spanischen Referee den Verantwortlichen dafür ausgemacht, dass ihr Team plötzlich sogar um den Einzug ins WM-Achtelfinale bangen muss. Hauptkritikpunkt war natürlich die Gelb-Rote Karte gegen Miroslav Klose bereits nach 37 Minuten, die Deutschlands Spiel nachhaltig beschädigte und den Siegtreffer der Serben nur zwei Minuten später begünstigte. Stürmer Klose war bereits nach zwölf Minuten für ein Allerweltsfoul am späteren Torschützen Milan Jovanovic verwarnt worden. Nach einem weiteren Vergehen an Serbiens Superstar Dejan Stankovic stellte der Schiedsrichter den Stürmer vom Platz.
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"Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum es da Gelb-Rot gibt", sagte Offensivspieler Thomas Müller, der gegen die Weißen Adler einen schlechten Tag erwischt hatte. Auch Sami Khedira schimpfte auf die Unparteiischen: "Wenn sich die Schiedsrichter in den Mittelpunkt stellen wollen, tut uns das ziemlich leid. So kommt nie ein schöner Fußball zustande." Klose selbst verteidigte sich: "Ich versuche den Ball zu spielen. Fußball ist auch Kampfsport. Da passieren Zweikämpfe. Stojkovic hat selbst gesagt, dass er auch im Rasen hängen geblieben ist. Es war kein böses Foul."
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Insgesamt hatte Schiri Undiano schon im ersten Durchgang sechs Verwarnungen ausgesprochen, obwohl das Spiel nicht sonderlich hart war. "Er hat auf beiden Seiten vogelwild die Karten gezückt", kritisierte Innenverteidiger Arne Friedrich. Selbst Joachim Löw sagte. "Es gab für viele kleine, gar nicht mal bösartige Fouls Gelb." Zu Klose räumte der Bundestrainer aber ein: "In der Hälfte der Serben muss man nicht so zum Ball gehen."
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Abwehrchef Per Mertesacker war der einzige deutsche Nationalspieler, der sich lieber an die eigene Nase fassen wollte: "Es liegt ja auch an uns, dass wir deutlichste Chancen nicht verwertet haben, obwohl wir im zweiten Durchgang mit viel Offensivdrang gespielt haben." Zumal es die größte aufgrund einer – zweifelsfrei richtigen – Entscheidung Undianos gab: Handelfmeter nach Vidics verrücktem Hechtsprung. Schon der zweite gegen die Weißen Adler in diesem Turnier. Doch im Gegensatz zum Ghanaer Gyan Asamoah wollte Lukas Podolski dieses Geschenk des Gegners nicht annehmen.
Quelle: FUSSBALL.DE
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