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Wieder einmal Kalkül von Hoeneß

25.10.2011, 10:15 Uhr | ost

Reines Kalkül: Uli Hoeneß nimmt die Mannschaft aus der Schusslinie. (Quelle: imago)

Reines Kalkül: Uli Hoeneß nimmt die Mannschaft aus der Schusslinie. (Quelle: imago)

Ein Kommentar von Oliver Strerath

Das ging ja schnell. Da hat der FC Bayern München mal zwei Spiele in Folge nicht gewonnen. Schon glaubt halb Fußball-Deutschland, dass der deutsche Rekordmeister dabei ist, die Nerven zu verlieren. Jedenfalls fütterte Uli Hoeneß nach dem 1:2 in Hannover diesen Glauben mit reichlich Aussagen. Vermeintlich. Dahinter steckt aber sicherlich ein ganz anderes Kalkül des Bayern-Präsidenten, der der Liga einmal mehr vormacht, wie das Geschäft läuft.

Hoeneß wetterte gegen die Unparteiischen. Und stellte Hannovers Pinto an den Pranger, weil dieser mit seiner Schauspielerei die Rote Karte gegen Jerome Boateng provoziert haben soll. Zwar akzeptierten die Münchner die Zwei-Spiele-Sperre gegen ihren Abwehrmann. Doch der Konter folgte prompt. Per Pressemitteilung, in der es hieß. „Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass der gesamte Vorfall erst durch das völlig übertriebene und theatralische Verhalten (...) Sergio Pintos ausgelöst wurde.“ Der Schluss liegt also nahe: Der Liga-Primus ist nervös.

Keiner kritisiert das Team

Der Grund für die Verbaloffensive des Bayern-Oberen mag aber ein ganz anderer sein. Hoeneß drängt sich einmal mehr in die Schusslinie – um die Mannschaft aus eben dieser raus zu nehmen. Wer fragt nach der Torflaute bei Mario Gomez, der in Hannover reihenweise Chancen versiebte und beim 1:1 in der Champions League in Neapel sogar einen Elfer vergeigte? Keiner! Wer fragt nach Philipp Lahm, der mit seinem Elfmeter-Foul das Ungemach in Hannover einleitete? Keiner! Wer fragt nach, dass der Nationalmannschaftskapitän seiner Topform derzeit grundsätzlich hinter läuft? Keiner! Wer kritisiert die Bayern überhaupt nach den durchwachsenen Leistungen zuletzt? Die Antwort kennen Sie.

Damit hat Hoeneß sein eigentliches Ziel erreicht. Während die Mannschaft ihre Ruhe hat, steht der FCB-Präsident im Blickpunkt. So wie er es wollte. Er teilt aus. Er steckt ein. Wie schon zig-fach geschehen. In der Regel mit Erfolg. Zumindest in diesem Punkt sind die Bayern einmal mehr meisterlich.

Quelle: FUSSBALL.DE

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