26.09.2011, 21:45 Uhr
Aus München berichtet Thomas Tamberg
Hamburg und Freiburg ohnehin zu schwach. Schalke, Leverkusen oder auch der FC Villarreal nicht in Form. Trotz neun Siegen ohne Gegentor in Folge: So ganz trauen selbst die Münchner ihrem eigenen Können noch nicht. Da kommt das Star-Ensemble von Manchester City am zweiten Spieltag der Champions League (ab 20.30 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker) gerade recht. "Das ist ein wichtiges Spiel für uns", sagte Jerome Boateng, der im Sommer vom Premier-League-Klub an die Isar wechselte, auf der Pressekonferenz. "Dann wissen wir, wo wir stehen." Für Manuel Neuer ist der Gegner schlichtweg "ein Knaller".
Insbesondere die Offensivabteilung des Teams von Trainer Roberto Mancini hat es in sich. Neben dem für 35 Millionen Euro aus Wolfsburg gekommenen Edin Dzeko verbreiten auch Samir Nasri ( kam für 27,5 Millionen Euro von Arsenal London), David Silva (28,75 Mio/FC Valencia), Carlos Tevez (29,0 Mio/ Manchester United) sowie Superstar Sergio Agüero (44 Mio/ Atletico Madrid) Angst und Schrecken beim Gegner. Gut für die Bayern, dass Mario Balotelli (28,75 Mio/ Inter Mailand) in München gesperrt fehlen wird.
"Die Offensive spielt sehr stark", sagte Boateng. "Wir müssen daher als Mannschaft dagegen halten." Angesichts der Offensiv-Power der Gäste ist sich Teamkollege Neuer sicher, dass er dieses Mal nicht so beschäftigungslos zwischen den Pfosten stehen wird, wie bisher im Liga-Alltag. "Ich gehe davon aus, dass sie mich fordern werden", sagte der Keeper, der wettbewerbsübergreifend seit 848 Minuten ohne Gegentor ist. Zumal Man City nach dem mageren 1:1 zu Hause gegen den SSC Neapel bereits in Zugzwang ist.
Ob gegen Manchester City weitere 90 Minuten ohne Gegentreffer hinzu kommen? Der zuletzt groß aufspielende Franck Ribéry ist sich jedenfalls sicher, dass der Rekordmeister in dieser Saison zu allem fähig ist. "Seit ich hier bin, habe ich den FC Bayern noch nie so stark erlebt wie jetzt. Das sind die besten Bayern, die ich kenne", sagte der 28-jährige Franzose im "kicker". "Wenn wir so weiterspielen, kann uns keiner aufhalten." Der FC Bayern gehöre in der Königsklasse "zu den Favoriten. Wir sind stark."
Ganz soweit wollte Trainer Jupp Heynckes zwar nicht gehen, doch auch der Coach strotzt vor Selbstvertrauen. „Wir sind besser, kompakter, geschlossener, homogener als im letzten Jahr. Wir werden sehr gut vorbereitet sein“, sagte der 66-Jährige. Allerdings bangt der Coach um Holger Badstuber. Der bis dato konstanteste Verteidiger fehlte aufgrund einer Grippe beim Abschlusstraining. Sein Einsatz entscheidet sich erst kurz vor Anpfiff. Für ihn würde Daniel van Buyten, der 2004 fünf Spiele im Dress von Manchester City bestritt bevor er zum Hamburger SV wechselte, ins Team rutschen.
Auch Mario Gomez ist noch nicht wieder ganz der Alte. Der ebenso wie sein Pendant Agüero bei Man City achtfache Ligatorschütze konnte die letzten zehn Tage wegen einer hartnäckigen Muskelverhärtung nicht trainieren. "Ich hoffe er wird sich in verbesserter Form vorstellen", sagte Heynckes im Vergleich zum Leverkusen-Spiel, als er den Goalgetter nach rund einer Stunde vom Feld nahm.
Dagegen ist Arjen Robben wieder einen kleinen Schritt weiter. Nach seinem Kurz-Einsatz mit Last-Minute-Tor gegen den Werksklub dürfte der Niederländer nach überstandener Schambeinentzündung zwar noch die Rolle des Jokers einnehmen, aber auf jeden Fall zum Einsatz kommen. Ebenso wie Boateng, dem Heynckes eine Einsatzgarantie von Beginn an gegen seine Ex-Kollegen ausstellte.
In seinem 140. Europacup-Spiel als Trainer trifft Heynckes übrigens erstmals auf eine englische Mannschaft. Den Bayern liegen indes Teams aus der Premier League. Von 15 Heimspielen verlor man bei neun Siegen lediglich ein einziges Spiel (1993 mit 1:2 gegen Norwich City). Apropos Statistik: Während der FC Bayern gegen die Citizens sein 151. Champions League-Spiel bestreiten wird, ist es für die Gäste erst ihr zweites (!). In einem offiziellen Pflichtspiel kreuzten beide Teams bis dato noch nie die Klingen.
Umso interessanter dürfte der Vergleich sein. Wer behält die Oberhand: Das für knapp 600 Millionen Euro von der Herrscherfamilie von Abu Dhabi hochgerüstete Manchester City oder der grundsolide FC Bayern? In der Liga spielt Man City ähnlich beeindruckend wie die Münchner und liegen punktgleich mit dem Tabellenführer und Stadtrivalen United auf Rang zwei. "Ich habe mir Spiele angeschaut und ich bin beeindruckt", sagte Heynckes. "Es wird ein interessantes Spiel auf hohem taktischen Niveau."
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Quelle: t-online.de
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