15.07.2011, 10:34 Uhr
Die Freude über den Pokalsieg ist den beiden portugiesischen Besiktas-Stars Simao (li.) und Ricardo Quaresma vorerst vergangen. (Foto: imago)
Besiktas Istanbul trennt sich vom türkischen Pokal. An der silbernen Trophäe haftet der Verdacht der Spiel-Manipulation. "Wir haben dem Verband mitgeteilt, dass wir den Verbands-Pokal zurückgeben werden. Wir nehmen ihn erst wieder an uns, wenn die Anschuldigungen gegen uns aus der Welt sind", sagte Besiktas-Präsident Yildirim Demirören nach Angaben der Nachrichtenagentur Anatolia. Im Stadtderby gegen Istanbul BB hatte Besiktas am 11. Mai 2011 das Pokalendspiel im Elfmeterschießen mit 4:3 gewonnen.
Der Verdacht gegen den Spitzenklub, dabei manipuliert zu haben, konzentriert sich derzeit auf Vorstandsmitglied Serdar Adali und den in Deutschland geborenen Trainer Tayfur Havutcu.
Der Bestechungsskandal erschüttert jedoch nicht nur Besiktas, sondern den gesamten türkischen Fußball. Das Pokalfinale ist nur eine von mindestens 19 Partien, auf denen der Verdacht der Manipulation lastet. Besiktas ist nach Meister Fenerbahce und Vizemeister Trabzonspor der dritte Verein, der unmittelbar in die Manipulationen verwickelt sein soll. Insgesamt wurden bereits 26 Personen verhaftet, verhört und wieder auf freien Fuß gesetzt - darunter auch Fenerbahce-Präsident Aziz Yildirim, Trabzonspor-Präsident Sadri Sener und der ehemalige Chef des türkischen Verbandes TFF, Mahmut Özgener.
Trotz der bestehenden Vorwürfe hat der türkische Verband bereits entschieden, dass der Meister und der Vizemeister in der Champions League starten dürfen. Spätere Sanktionen gegen die Klubs sind allerdings nicht ausgeschlossen. Möglich sind die Aberkennung des Meistertitels für Fenerbahce und die Aberkennung des Pokaltitels für Besiktas. Selbst ein Zwangsabstieg Fenerbahces scheint nicht ausgeschlossen - so wie beim italienischen Meister Juventus Turin im Jahre 2006 nach einem ähnlichen Skandal
Rekordmeister Fenerbahce hatte seine 18. Meisterschaft durch eine beeindruckend starke Rückrundenbilanz knapp vor dem punktgleichen Team aus Trabzon gewonnen. Von den 17 letzten Spielen gewann der Hauptstadtklub 16 und spielte nur einmal Unentschieden.
Der türkische Premierminister Recep Tayyip Erdogan hat bereits eine umgehende Aufklärung des Skandals in seinem Land gefordert. "Ich hoffe, dass dies schnell und fair abgeschlossen wird, damit unser Ansehen in der Welt nicht leidet. Ich bin nicht nur Fenerbahce-Fan, sondern auch Kongressmitglied. Aber wenn es Missbrauch oder Fehlverhalten gab, muss das auf faire Weise ans Licht kommen."
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Quelle: sid , dapd
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