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Zebec wird aus dem Stadion geschmuggelt

25.07.2012, 18:20 Uhr | FUSSBALL.DE

Branko Zebec hat gerne dem Alkohol zugesprochen. (Quelle: imago)

Branko Zebec hat gerne dem Alkohol zugesprochen. (Quelle: imago)

Branko Zebec schrieb am 23. Oktober 1983 mit einer einmaligen Aktion Bundesliga-Geschichte – und bekam selbst rein gar nichts davon mit. An einem grauen Herbsttag musste damals der Tabellen-15. Eintracht Frankfurt im Auswärtsspiel beim 14. Hertha BSC ran.

Bundesliga-Business as usual, Abstiegskampf, Fußball für Hartgesottene – es war kein Spiel für Fußball-Ästeten. Doch den aufmerksamsten unter den damals 22.500 Zuschauern fiel schon während des Spiels die Lethargie des Frankfurter Trainers auf, den weder die schwache Leistung seiner Elf noch die 0:1-Pleite zu stören schienen und der stattdessen vorrangig damit beschäftigt war, Haltung zu bewahren.

"Fernet-Branko“ macht seinem Namen alle Ehre

Auf der Bank der Hessen saß damals Branko Zebec. Der Coach der SGE konnte sich während der 90 Minuten kaum auf seinem Platz halten und wirkte so, als ob er eingeschlafen wäre. Nach dem Spiel stellte sich heraus, dass der Jugoslawe am Spieltag kräftigst dem Alkohol zugesprochen hatte. Mit der Folge, dass "Fernet-Branko“, so sein Branchen-Spitzname, die anschließende Pressekonferenz und alle Folgetermine nicht mehr wahrnehmen konnte, da er zu betrunken war.

Im Teppich aus dem Stadion

Nun herrschten damals in der Bundesliga noch andere Zeiten und das mediale Interesse war bei Weitem noch nicht so groß wie heute. Doch den Bossen der Eintracht war klar, dass Zebecs Rausch irgendwie verheimlicht werden musste. Der drohende Skandal sollte unbedingt vermieden werden.  Den findigen Verantwortlichen kam dann der Geistesblitz: Sie wickelten den Coach in einen Teppich, um ihn an den wartenden Journalisten vorbei zu schmuggeln und ihn unbemerkt aus dem Stadion zu bringen.

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Manöver glückt

Die Pressevertreter hatten zuvor bereits Lunte gerochen und waren auf den für seine Alkohol-Eskapaden bekannten Fußball-Leherer aufmerksam geworden. Sie versuchten deshalb, durch das Fenster der Eintracht-Kabine, Fotos des komatösen Trainers zu machen. Doch als die SGE-Betreuer Zebec in den Teppich wickelten und ihn in ein Auto luden, bekam das Manöver niemand mit. 

Doch so lustig die Story klingt, eigentich ist es eine tragische Geschichte. Zebec galt in der Branche schon lange als Alkoholiker. So hatte er einmal zu seiner Zeit beim Hamburger SV die Abfahrt des Mannschaftsbusses zum Auswärtsspiel bei Borussia Dortmund verpasst. Kurzerhand jagte er seiner Mannschaft mit einem Mietwagen hinterher, kam allerdings nicht weit. Die Polizei stoppte Zebec, der in Schlangenlinien über die Autobahn raste, und ließ ihn pusten. Das Resultat waren 3,25 Promille, Zebec verlor seinen Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer.

Mannschaft verbannt Coach aus Kabine

Immerhin brachte ihn die Polizei anschließend zu seinem Team, Zebec spülte in Dortmund Augenzeugenberichten zufolge nochmals mit Rum, Wodka und Cognac nach – wohl um die Aufregung zu verarbeiten. Als Folge wollte ihn die HSV-Elf vor dem Match nicht in der Kabine haben. „Setzt ihn an die frische Luft", sagte Abwehrspieler Willi Reimann. Im Anschluss holten die Hanseaten beim 2:2-Remis immerhin einen Punkt.

Zebec vertrug den Alkohol als Diabetiker nicht sonderlich gut. Der Kroate war auf  Blutzucker senkende Insulinpräparate angewiesen, was seinen Rausch regelmäßig verschlimmerte. Er starb im Alter von nur 59 Jahren an den Folgen seiner Alkoholsucht. Zu seinen größten Erfolgen zählen das Double mit dem FC Bayern München und die Deutsche Meisterschaft mit dem Hamburger SV. Neben diesen beiden Klubs und seiner Station in Frankfurt war er in der Bundesliga auch für den VfB Stuttgart, Eintracht Braunschweig und Borussia Dortmund tätig.


Quelle: FUSSBALL.DE

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