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Talent-Förderung der Bundesliga lohnt mehr als die Suche nach Gold

28.01.2013, 15:15 Uhr

Schweinsteiger und Lahm - Bundesliga-Investment in den Fußball-Nachwuchs lohnt sich. (Quelle: imago)

Schweinsteiger und Lahm - Bundesliga-Investment in den Fußball-Nachwuchs lohnt sich. (Quelle: imago)

Von Frank Lansky

Die Profi-Vereine in Deutschland geben Millionen für ihre Nachwuchstalente aus. Und dabei schaffen nur rund fünf Prozent aller geförderten Youngster den Sprung in den Profi-Fußball, wie die EBS Universität in Östrich-Winkel herausgefunden hat. Dennoch lohnt sich das Geschäft mit den jungen Kickern – jedenfalls ist das Business weit ergiebiger als etwa das Schürfen nach Gold. FUSSBALL.DE hat nachgehakt.

713 Millionen Euro für den Nachwuchs

Der gerade veröffentlichte Bundesliga-Report 2013 der Deutschen Fußball Liga bringt es an den Tag: Der Nachwuchs ist den Top-Vereinen in Deutschland lieb und teuer. Die Bundesliga-Klubs gaben in der Saison 2011/12 rund 76,8 Millionen Euro für ihre Leistungszentren aus.

Im Jahr davor waren es nur 70,9 Millionen Euro gewesen und in der Saison 2008/2009 nur 55 Millionen. Seit 2001 investierten die 36 stärksten Klubs damit 713 Millionen in den Nachwuchs.

Aufbauarbeit nach der Pleite

Alles begann mit dem Debakel der Nationalelf bei der Fußball-Europameisterschaft im Jahr 2000 in Belgien und den Niederlanden – nur ein Punkt und ein Tor waren Fans und Verantwortlichen zu wenig; das Ausscheiden in der Vorrunde war eine nationale Blamage.

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Seitdem sind alle Klubs der ersten und zweiten Bundesliga zur Nachwuchsförderung verpflichtet. Vorbilder waren die Eliteförderung im französischen Clairefontaine und in der berühmten Ajax-Schule in Amsterdam.

Goldjungs Schweinsteiger, Lahm, Götze und Neuer

Das Investment hat sich zunächst aus sportlicher Sicht gelohnt: Die Talentschmieden des deutschen Spitzenfußballs haben Spieler wie WM-Keeper Manuel Neuer oder die Bender-Zwillinge Sven und Lars hervorgebracht.

Als Vorreiter in diesem Trend gelten Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm. Nicht zufällig hat die Nationalelf in den vergangenen Jahren attraktiven Fußball gezeigt, wenn auch noch ein Titel fehlt.

Nur fünf Prozent der jungen Spieler werden Profis

Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist die Sache ein Erfolg, zeigt sich Professor Sascha Schmidt von der privaten EBS Universität für Wirtschaft und Recht überzeugt. "Zwar schlagen nur etwa fünf Prozent aller geförderten Spieler ein und schaffen es, später als Profi-Fußballer Geld zu verdienen. Leider gibt es noch keine verlässlichen Zahlen für die Rendite, die sich mit dem Investment in die Jugend erzielen lässt," erläutert der Leiter des Instituts für Sports, Business and Society im Gespräch mit t-online.de.

"Doch mittlerweile haben alle Vereine den Weg der fokussierten Nachwuchsförderung eingeschlagen – es braucht nur ein paar Erfolgreiche und die Investition hat sich gelohnt." Laut Schätzungen der Transferszene beläuft sich der aktuelle kumulierte Marktwert aller Bundesliga-Profis inzwischen auf rund 1,7 Milliarden Euro.

Stars aus der Heimat begeistern die Fans

Die Vereine profitieren außerdem von einer neuen Fan-Bindung. In seiner Studie "Deutschland braucht den Superstar – die gesellschaftliche Bedeutung von Vorbildern im Profifußball" aus dem Dezember 2011 befragte Schmidt mehr als 3000 Fußball-Fans. Von den genannten Top-20 unter den Idolen gab es sieben Ausländer – und zehn Kicker, die im Heimat-Verein groß geworden sind.

Damals landete Mario Götze auf Rang eins vor Thomas Müller. Weitere Eigengewächse auf den folgenden Plätzen waren Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm.

"Diese Bindung der sogenannten Homegrown-Talente an den Heimatverein hat eine starke Identifikationswirkung für die gesamte Region – und enorm positive Auswirkungen auf das Merchandising der Vereine".

Und weiter: "Was wäre die Alternative für die Klubs zum Heranziehen des Nachwuchses – der Transfer von teuren Spielern. Und das ist für einige Vereine unmöglich."

Nachwuchs-Arbeit ergiebiger als Goldsuche

Die bei der Talentförderung erzielte Erfolgsquote von fünf Prozent sieht zwar auf den ersten Blick mickrig aus. Sie ist aber im Vergleich mit der Gold-Förderung nicht schlecht. Denn bei einer Tonne Erdreich bleiben laut Branchen-Experten zufolge im Tagebau nur zwei bis fünf Gramm Gold hängen.

Bei gut erschlossenen Untertage-Minen sind es nur rund 15 Gramm pro Tonne. Wenn die Bergbau-Konzerne so erfolgreich wären wie die Fußball-Vereine, dann müssten sie also 50 Kilogramm Feingold pro Tonne Abraum aus dem Boden holen.

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