23.01.2012, 10:56 Uhr
Wer jubelt am Ende der Saison? (Fotos: imago, Kombo: FUSSBALL.DE)
Was für ein Krimi, was für eine Ausgangslage: Der FC Bayern München hat es trotz aller Investitionen vor der Saison nicht geschafft, sich abzusetzen. Statt eines Alleingangs gibt es in der Bundesliga das spannendste Meisterrennen aller Zeiten. Erstmals seit Einführung der Drei-Punkte-Regel zur Saison 1995/1996 stehen drei Teams nach dem 18. Spieltag punktgleich an der Spitze (Quelle: Opta-Sportdaten). Neben dem Rekordmeister aus München weisen auch Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 37 Punkte auf, getrennt sind die Spitzenklubs nur durch das Torverhältnis.
Drei punktgleiche Teams an der Spitze gab es überhaupt erst einmal - und das vor 37 Jahren. In der Saison 1974/75, zu Zeiten der Zwei-Punkte-Regel, standen Borussia Mönchengladbach, Kickers Offenbach und Hertha BSC nach 18 Spielen gemeinsam an der Spitze. Am Ende hatte damals die Borussia die Nase vorne.
Mönchengladbach hat auch dieses Mal noch Chancen auf den Titel, schließlich trennt den Vierten nur ein Zähler vom Tabellenführer Bayern. Ebenfalls ein Novum nach 18 Spieltagen unter der Drei-Punkte-Regel. Die Fohlen haben durch den 3:1-Erfolg gegen die Bayern nachhaltig bewiesen, dass mit ihnen zu rechnen ist.
Beeindruckend war am 18. Spieltag der 5:1-Auswärtserfolg des BVB beim HSV. "Der Sieg bedeutet, dass jetzt vier Mannschaften vorne sind, die eng zusammen sind", sagte Manager Michael Zorc, "mehr nicht". Auch Jürgen Klopp, der Coach des aktuellen Deutschen Meisters, übte sich in Understatement: "Wir schauen nur auf uns, alles andere interessiert uns nicht." Schalke bewies mit dem souveränen 3:1 gegen den VfB Stuttgart, dass mit ihnen zu rechnen ist. "Träume sind schön", sagte Trainer Huub Stevens anschließend, stapelte aber ebenfalls tief: "Bayern-Jäger? Das machen die Medien. Wir sind realistisch. Wir werden auch wieder Spiele verlieren."
Bei den Münchnern sind die Bosse nach der Pleite in Gladbach zwar genervt, haben aber ihren Optimismus nicht verloren. "Natürlich ist der FC Bayern an diesem ersten Rückrundentag der große Verlierer", sagte Franz Beckenbauer gegenüber "Sky90". "Wir werden die sportliche Antwort genauso wie auch in der Vorrunde geben", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger. Es sei nie behauptet worden, dass das ein Selbstläufer werde, so Nerlinger weiter, der "in erster Linie" Dortmund, aber auch Mönchengladbach und Schalke auf der Rechnung hat.
Gegen den Rekordmeister spricht auch die Statistik: Der FCB gewann bei seinen letzten sechs Meisterschaften immer das erste Ligaspiel im neuen Jahr. Dagegen liegt es bereits 18 Jahre zurück, dass die Bayern trotz einer Pleite zum Start ins neue Jahr die Meisterschaft an die Isar holte (1993/94). Insgesamt holten die Münchner 81% ihrer 21 Bundesliga-Meisterschaften wenn sie das Auftaktspiel im neuen Jahr nicht verloren.
Quelle: FUSSBALL.DE
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