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Ex-Profis im Amateurfußball: Lothar Huber

03.11.2012, 12:30 Uhr | FUSSBALL.DE

Prominenter Zaungast: Lothar Huber schaut sich ein Drittligaspiel von Dortmunds Reservemannschaft an. (Quelle: imago)

Prominenter Zaungast: Lothar Huber schaut sich ein Drittligaspiel von Dortmunds Reservemannschaft an. (Quelle: imago)

Von Steffen Engesser

Sie spielten in vollbesetzten Arenen und waren einem Millionenpublikum bekannt. Sie waren Bundesliga-Profis und zum Teil Nationalspieler. Zum Ende ihrer Karriere oder danach erinnern sich nicht wenige Stars an ihre Wurzeln: FUSSBALL.DE stellt in einer Serie ehemalige Profikicker vor, die jetzt das Bild des Amateurfußballs mitprägen. Teil zwölf: Lothar Huber, früher für den 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund aktiv, heute als Trainer bei der TSG Sprockhövel, Oberliga Westfalen.

Er beackert immer noch den Platz. Allerdings nicht mehr als Spieler, sondern als Platzwart. BVB-Legende Lothar Huber hält heute das Trainingsgelände von Borussia Dortmunds Fußballschule in Schuss. Woche für Woche, acht Stunden pro Tag. Am Abend tritt er dann seinen Zweitjob an, seine wahre Berufung. Huber coacht den Oberligisten TSG Sprockhövel. Vier Mal wird trainiert, plus Spiel am Wochenende. Der 60-Jährige lebt Fußball und ist noch immer voller Ehrgeiz: "Ich freue mich, mit den jungen Leuten zu arbeiten. Das macht Riesenspaß."

Dabei ist Huber extrem erfolgreich, hat eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen: Im Schnitt steigt der Trainer alle drei Jahre mit seinen Mannschaften auf. Mittlerweile befindet sich Huber in seinem fünften Jahr in Serie bei der TSG Sprockhövel. Ambitionen, einen Profi-Klub zu trainieren, hat Huber nicht mehr. "Aus dem Alter bin ich raus. Mit 60 sollte man wissen, dass es nicht mehr nach ganz oben geht."

Mit Littbarski in Japan

Die große Fußballwelt hat Huber allerdings auch schon gesehen. Von 1986 bis 1992 war er Co-Trainer beim BVB. Vier Jahre später betreute er gemeinsam mit Pierre Littbarski für eine Saison den japanischen Erstliga-Klub Brummell Sendai. "Es war ein überragendes Jahr. Japan kannte ich zuvor nur vom Fernsehen. Plötzlich hatte ich die Chance, als Co-Trainer mit Pierre Littbarski im fernen Osten zusammenzuarbeiten. Das war ein Riesenerlebnis."

7:4, 0:12 - legendäre Bundesligaspiele

Auch als Spieler blickt Huber auf eindrucksvolle Erlebnisse zurück. Über 300 Bundesliga-Spiele bestritt der gebürtige Pfälzer für den 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund. Vor allem mit den Schwarz-Gelben erlebte der 60-Jährige dabei kuriose Partien. "Es gibt viele Spiele, die in Erinnerung bleiben. Der Bundesliga-Aufstieg mit Dortmund in der Saison 1975/76 beispielsweise", erinnert sich Huber, der damals im Relegations-Rückspiel gegen den 1. FC Nürnberg das entscheidende 3:2 erzielt. Seither spielt der BVB in Liga eins.

Mit Kaiserslautern setzte sich Huber mit 7:4 (Saison 1973/74, Anm. d. Red.) gegen den FC Bayern München durch - nach 1:4-Rückstand. "Dabei hatten die Münchner mit Beckenbauer, Maier und Bulle Roth eine Topmannschaft. Der Sieg wurde anschließend gefeiert wie die Deutsche Meisterschaft", sagt Huber.

Am letzten Spieltag der Saison 1977/78 hatte das BVB-Urgestein weniger Grund zum Feiern. Als er bei der Rekord-Niederlage der Borussia auf dem Platz stand, verlor er mit 12:0 gegen Borussia M’gladbach.

Lothar Huber war in der Saison 1981/82 für den BVB aktiv. (Quelle: imago)Lothar Huber war in der Saison 1981/82 für den BVB aktiv.Talentschmiede Sprockhövel

Seine Erfahrung gibt Huber mittlerweile an seine Spieler weiter. Und die Arbeit trägt Früchte. Sprockhövel ist - auch dank Huber - eine echte Talentschmiede. Gaetano Manno (VfL Osnabrück), Lukas Schmitz (Werder Bremen), Adrian Wasilewski (VfL Bochum II) - einige Spieler, die oben angekommen sind, stoppten ihre ersten Bälle bei der TSG. "Es hat in Sprockhövel Tradition, Spieler für höhere Aufgaben auszubilden. Ich freue mich über jeden Spieler, der den Sprung schafft", sagt Huber.



Tipps von Kehl und Co.

Von seinen Schützlingen fordert Huber vor allem eines: Disziplin. Nur mit purem Einsatzwillen gelingt nach Hubers Ansicht der Weg nach oben. "Man kann nicht nur mit dem Zuckerbrot arbeiten. Die Jungs müssen wissen: Wenn man nach oben will, ist es ein harter, brutaler Weg. Wer die Härte nicht hat, wird es nicht schaffen."

Dank seiner Funktion als Platzwart holt sich Huber auch den ein oder anderen Tipp von den BVB-Profis ab. "Roman Weidenfeller, Sebastian Kehl – gerade mit den älteren Spielern unterhält man sich. Auch mit Jürgen Klopp tausche ich mich manchmal aus", stellt Huber klar.

Quelle: FUSSBALL.DE

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