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Die Bayern müssen jetzt Dampf ablassen

11.04.2013, 10:17 Uhr | FUSSBALL.DE

Bei den Bayern ist jetzt erst einmal Party angesagt. (Quelle: Reuters)

Bei den Bayern ist jetzt erst einmal Party angesagt. (Quelle: Reuters)

Man muss es sich wirklich auf der Zunge zergehen lassen: Dem FC Bayern München reicht eine durchschnittliche Leistung, um bei Juventus Turin völlig verdient einen kaum gefährdeten 2:0-Erfolg einzufahren. Ohne einmal richtig an die Grenzen gehen zu müssen, schlägt der designierte Deutsche Meister die derzeit beste italienische Mannschaft im Vorrübergehen und folgt Borussia Dortmund ins Halbfinale der Champions League. Während Präsident Uli Hoeneß bereits einen Wunschkandidaten hat, zieht jetzt ausgerechnet Dauer-Motivator Matthias Sammer den Adrenalin-Stecker.

Nachdem die Münchner vor wenigen Tagen in Frankfurt den 23. Meistertitel perfekt gemacht hatten, musste die Titel-Feier ausfallen, um gegen Juventus kein böses Erwachen zu erleben. Man habe permanent die Spannung hochalten müssen, sagte Sammer im ZDF. "Wir müssen jetzt dringend Dampf ablassen." Durchaus möglich, dass Trainer Jupp Heynckes in der kommenden Bundesliga-Partie gegen Nürnberg die totale Rotation ausrufen wird.

Probleme in der Anfangsphase

Auch der Coach spürte, dass der Spannungsbogen in Turin von seinen Spielern nur mit Mühe und großer Disziplin aufrecht gehalten werden konnte. "Vier Tage nach der Meisterschaft ist es nicht einfach sich aufzuraffen und sich zu motivieren. Das hat man in der ersten 20 Minuten gemerkt", betonte Heynckes.

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Es war die einzige Phase des Spiels, in der die 41.000 Zuschauer im ausverkauften neuen Turiner Stadion durchaus hoffen konnten, dass Juve die 0:2-Niederlage aus dem Hinspiel noch wettmachen könnte. Der Knackpunkt der Partie war die 23. Minute, als Andrea Pirlo einen Freistoß von der Strafraumgrenze knallhart auf das Bayern-Tor zirkelte, aber Manuel Neuer blitzschnell die Fäuste hochriss und den Ball abwehrte.

Neuer rettet die Bayern

Wäre der Ball reingegangen, die Turiner Hölle wäre wohl noch einmal in Wallung gekommen, so aber blieb diese Chance die beste der gesamten Partie. "Wie er den Ball hält, das ist unfassbar", wusste Sammer die Bedeutung der Tat des Nationaltorhüters sehr wohl einzuordnen. "Es ist wichtig, solche Phasen zu überstehen.“ Neuer selbst blieb cool: "Freistöße um den Sechszehner herum sind immer gefährlich, trotzdem haben wir das Spiel immer kontrolliert."

Als Mario Mandzukic mit seinem zweiten Treffer in der Königsklasse in der 64. Minute die Führung erzielte, war die Luft raus aus dem Spiel. Der FC Bayern verwaltete das Ergebnis. Claudio Pizarro sorgte in der Nachspielzeit für den Endstand. Dass der FC Bayern einmal so souverän mit halber Kraft in einem italienischen Hexenkessel auftreten würde, darf man ruhig als Weiterentwicklung ihrer sportlichen Klasse ansehen. "Wir haben kein überragendes Spiel gemacht", gab auch Sammer zu.

Hoeneß wünscht sich Dortmund

Damit stehen die Traum-Halbfinalisten auf dem Weg nach London fest. Real Madrid, FC Barcelona, Borussia Dortmund und eben der FC Bayern. Die jeweils zwei stärksten Teams aus Spanien und Deutschland ermitteln den Champions-League-Sieger 2014. "Das drückt die Kräfteverhältnisse in Europa aus", sagte Oliver Kahn. Bayern-Kapitän Philipp Lahm sah es ähnlich. "Die vier besten Mannschaften Europas stehen im Halbfinale. Darunter sind zwei aus Deutschland. Ich denke alle können zufrieden sein."

Alle Beteiligten fiebern nun der Auslosung am Freitag entgegen. "Borussia Dortmund ist mein Wunschgegner für das Halbfinale" sagte Hoeneß. "Ich glaube, dass der FC Barcelona und Real Madrid noch ein Stückchen stärker einzuschätzen sind."

Mandzukic: "Es ist noch nicht vorbei"

Aber letztlich sei es "völlig egal", wie Sammer selbstbewusst meinte. "Es liegt an uns, wie weit wir gehen. Egal wer kommt.“ Und Torschütze Mandzukic ergänzte. "Es ist noch nicht zu Ende."

Quelle: FUSSBALL.DE

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