22.02.2012, 22:30 Uhr
Aus Basel berichtet Steffen Engesser
Der Traum vom Heim-Endspiel in der Champions League könnte für den FC Bayern München schon geplatzt sein. Nach dem enttäuschenden Bundesliga-Rückrundenstart kam der deutsche Rekordmeister auch in der Königsklasse nicht in Schwung. Im Achtelfinal-Hinspiel unterlagen die Münchner mit 0:1 (0:0) beim Schweizer Meister FC Basel und müssen im Rückspiel mindestens mit zwei Treffern Vorsprung gewinnen, um ins Viertelfinale einzuziehen. Valentin Stocker (86. Minute) belohnte die Gastgeber für eine engagierte kämpferische Leistung mit dem Tor des Abends und bescherte dem Team von Heiko Vogel eine glänzende Ausgangsposition für das CL-Rückspiel am 13. März.
"Ich denke, es war ein 0:0-Spiel, und wenn es so ausgegangen wäre, wäre das ein gutes Ergebnis gewesen. Die Partie war ausgeglichen, meine Mannschaft hat alles gegeben", erklärte Bayern-Trainer Jupp Heynckes. Münchens Präsident Uli Hoeneß sagte: "Das 1:0 ist ein Ergebnis, das uns für das Rückspiel alle Chancen öffnet. Ich mache mir da überhaupt keine Sorgen, dass wir das nicht schaffen. Es war kein gutes Spiel von uns, aber es gibt auch keinen Grund, Trübsal zu blasen."
Vor 36.000 Zuschauern im ausverkauften Basler St. Jakob-Park startete der FC Bayern schwungvoll in die Partie und erspielte sich bereits nach 180 Sekunden die erste Tormöglichkeit: Nach Zuspiel von Robben scheiterte Franck Ribéry aus der Nahdistanz jedoch an Yann Sommer. Nur fünf Spielminuten später stand der Franzose erneut im Blickpunkt, als er aus neun Metern per Flachschuss am bärenstarken Baseler Keeper scheiterte. Im Gegenzug zeigte sich der FC Basel erstmals in der Offensive. Xherdan Shaqiri, der zur kommenden Saison zum FC Bayern wechseln wird, konnte im Münchner Strafraum aber gerade noch von Holger Badstuber am Torschuss gehindert werden.
Mitte des ersten Durchgangs kamen die Gastgeber besser ins Spiel. Der Schweizer Traditionsverein erspielte sich binnen zwei Minuten gleich drei hochkarätige Möglichkeiten. Doch weder der Ex-Stuttgarter Marco Streller (16.), der aus spitzem Winkel an Manuel Neuer scheiterte, noch Aleksandar Dragovic (17.), dessen Kopfball Neuer mit Hilfe des Pfostens entschärfte, konnten ihre Chancen nutzen. Die beste Basler Möglichkeit vergab Ex-BVB-Stürmer Alexander Frei, als er den Ball aus zehn Metern an die Latte setzte.
In der Folgezeit bestimmten die Münchner das Geschehen. Im Stile einer Handballmannschaft spielte die Heynckes-Elf den Ball in der gegnerischen Hälfte immer wieder quer. Torgefahr entstand dadurch allerdings nur selten. Alaba (29.) und Ribery (36.) scheiterten mit ihren Distanzschüssen am reaktionsstarken Basler Keeper.
Auch im zweiten Durchgang bestimmte der FC Bayern das Spielgeschehen. Der deutsche Rekordmeister verpasste es jedoch zunächst, die Dominanz in etwas Zählbares umzumünzen. So blieben Schüsse aus der Distanz durch Alaba (62.) und Phillipp Lahm (68.) eine der wenigen Ausrufezeichen in der Offensive.
In der 71. Spielminute brachte Heynckes Müller für den bemühten, aber glücklosen Ribery, der dem FCB-Coach bei seiner Auswechslung den Handschlag verweigerte. Doch auch mit dem Offensiv-Allrounder gewann das Spiel kaum an Kreativität. Eine der wenigen Ausnahmen: Nach einem Müller-Zuspiel scheiterte Mario Gomez aus spitzem Winkel an Sommer. In der Schlussphase fand der FC Basel wieder besser ins Spiel und belohnte sich für seine starke kämpferische Vorstellung mit dem Treffer von Stocker.
Quelle: sid , dpa , FUSSBALL.DE
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