06.11.2012, 23:11 Uhr | dpa, FUSSBALL.DE
Arsenal-Stürmer Lukas Podolski (li.) im Zweikampf mit Schalkes Benedikt Höwedes. (Quelle: imago)
Tolle Moral des FC Schalke 04: Der Bundesligist lag nach nicht einmal 30 Minuten gegen den FC Arsenal mit zwei Toren hinten, nahm aber durch das 2:2 (1:2) am vierten Spieltag der Champions League letztlich noch einen Punkt mit. Theo Walcott (18.) und Olivier Giroud (26.) sorgten für die zunächst klare Führung der Gäste, Klaas-Jan Huntelaar (45.) und Jefferson Farfan (67.) schafften den Ausgleich. Damit ist Schalke weiterhin Tabellenführer in der Gruppe B vor den Engländern. (Einzelkritik: So waren die Schalker in Form.)
Viel war nach der jüngsten 2:3-Niederlage in der Bundesliga über die Aufstellung der Schalker gerätselt worden, Coach Huub Stevens ließ die Öffentlichkeit vor allem in der Torhüter-Frage im Unklaren. Letztlich gab er der Startelf aus dem Hoffenheim-Spiel sofort die Chance zur Wiedergutmachung - unter anderem mit Lars Unnerstall zwischen den Pfosten und Joel Matip in der Innenverteidigung.
Die Entschlossenheit der Gastgeber vor 54.142 Zuschauern samt guter Chancen durch Ibrahim Afellay nach einem Konter (9.) und Benedikt Höwedes per Kopf (12.) erfuhr früh zwei jähe Rückschläge - und beide Male half die 04-Abwehr freundlich mit.
Zunächst verlängerte Roman Neustädter eine Arsenal-Flanke mit dem Hinterkopf unglücklich über Matip hinweg in den Lauf von Giroud, der im Strafraum noch von Höwedes geblockt wurde. Walcott schnappte sich den Abpraller und schob zur Führung ein. Nur acht Minuten später ließ der eingewechselte Marco Höger Lukas Podolski unbedrängt flanken und im Strafraum wurde Giroud beim Kopfball völlig allein gelassen - 0:2.
Die Schalker waren sichtlich geschockt, das Selbstbewusstsein, die spielerische Kreativität, der Elan und der Offensivdrang schienen wie weggeblasen. Als die Zuschauer ihre Elf in der Gelsenkirchener Arena schon mit Pfiffen in die Pause verabschiedeten, schlug Huntelaar zu: Schnörkellos versenkte der Niederländer ein Volley-Zuspiel von Lewis Holtby im Netz und jubelte über sein viertes Tor im vierten Spiel.
Wie schon zwei Wochen zuvor, als den Schalkern der beeindruckende 2:0-Erfolg in London gelang, hatte Vito Mannone im Tor der Gunners das Nachsehen gegenüber Huntelaar. Der unerfahrene Italiener ist eigentlich nur der dritte Keeper, den Coach Arsene Wenger in seinem Kader hat. Doch die Verletzungen von Wojciech Szczesny und Lukasz Fabianski ließen dem Trainer keine andere Wahl.
Dank Huntelaar war die Stimmung zur Halbzeit wieder etwas besser - allerdings sorgte der Torgarant nach dem Seitenwechsel höchstpersönlich wieder kurz für Verzweiflung. Von Jermaine Jones bärenstark angespielt, schoss der 29-Jährige den praktisch schon bezwungenen Mannone freistehend an (51.).
Besser machte es etwas später Farfan, der eine Afellay-Flanke und einen missglückten Holtby-Kopfball zum Ausgleich ins Tor drosch - der Kapitän der Engländer Thomas Vermaelen lenkte das Leder noch ab. So sicherte Schalke noch einen Punkt, der in der letzten Sekunde allerdings noch einmal ernsthaft in Gefahr: Aber Walcott scheiterte frei vor Unnerstall.
Quelle: dpa, FUSSBALL.DE
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