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Wollitz: "Ich will dort arbeiten, wo es sauber ist"

23.12.2010, 10:01 Uhr | FUSSBALL.DE

Versucht die aufgebrachten Energie-Fans zu beruhigen: Claus-Dieter Wollitz.

Verkehrte Welt bei Energie Cottbus. Der Zweitligist zieht mit einem furiosen 3:1-Sieg beim VfL Wolfsburg ins DFB-Pokal-Viertelfinale ein und Trainer Claus-Dieter Wollitz denkt an Rücktritt. Kurios: Der Grund für die Abwanderungsgedanken des Trainers sind die eigenen Fans. Einige Anhänger zündeten vorm Anpfiff eine Rauchbombe, ließen zudem Knallkörper explodieren.

Wollitz brachte das Verhalten der mitgereisten Cottbuser in Rage: "Unsere Fans versauen uns alles. Dass macht keinen Spaß. Überall wo wir hinkommen, gibt es Spielunterbrechungen. Irgendwann muss man erkennen, dass die Zeit vorbei ist. Ich will dort arbeiten, wo es sauber ist." Noch in der Halbzeitpause stürmte Wollitz auf den Cottbuser Fan-Block zu und pöbelte: "Ihr könnt mich am Ar... lecken."

Präsident nimmt Konflikt nicht ernst

Energie-Präsident Ulrich Lepsch tat die Probleme seines Coachs nach dem Match ab. "Das ist jetzt emotional gesagt, ich würde das nicht zu hoch hängen", so der Klubchef jovial. Lepsch hofft sogar auf eine baldige Vertragsverlängerung seitens des Trainers: "Ich bin optimistisch, dass er den vorgelegten Zwei-Jahres-Vertrag unterschreiben wird."

Wollitz: "Darauf habe ich keinen Bock mehr"

Doch eine Ausweitung des Engagements von Wollitz in der Lausitz droht zur Hängepartie zu werden. Schon seit Wochen schwelt ein Streit zwischen einer Fan-Gruppierung und dem Trainer. Die geplante Stadion-Umbenennung brachte Wollitz bei den Fans in Misskredit. Wollitz reagiert mit Unverständnis auf die Anfeindungen aus den eigenen Reihen: "Der einzige, der es hier abkriegt, bin ich. Darauf habe ich keinen Bock mehr. Genau wie beim Thema Stadionnamen vermarkten. Um attraktiven Fußball zu spielen, müssen wir Strukturen verändern, uns öffnen. Das hier ist nicht mehr zeitgemäß. Ich will doch niemandem etwas wegnehmen."

Am 26.01.2011 trifft Cottbus im DFB-Pokal auf die TSG 1899 Hoffenheim. Ob Claus-Dieter Wollitz dann noch Trainer ist, bleibt abzuwarten. Der Trainer will sich in der Winterpause Gedanken über seine Zukunft machen: "Ich bin ein vernünftiger Mensch, aber damit kann ich mich nicht identifizieren. Jetzt muss ich sehen, ob das Gesamtpaket stimmt, am 3. Januar will ich eine Entscheidung fällen."

Quelle: FUSSBALL.DE

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