26.05.2011, 17:40 Uhr
Zwei Tage nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga ist der VfL Osnabrück ins Visier der Steuerfahndung geraten. Bei einer Razzia durchsuchten Beamte der Steuerfahndung die Geschäftsstelle der Niedersachsen und die Wohnungen von mehreren VfL-Spielern. Die Vereinsführung wies nach einer mehrstündigen Sitzung den Vorwurf der Steuerhinterziehung zurück und will auf einer Pressekonferenz weitere Argumente vorbringen.
"Hier wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen", sagte der für die Finanzen des Vereins zuständige Vizepräsident Gert Lehker der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Auch Finanz-Geschäftsführer und Ex-Spieler Ralf Heskamp reagierte mit Unverständnis auf die Durchsuchungen, bei denen mehrere Kartons mit Unterlagen sowie Gehaltsabrechnungen der Spieler sichergestellt wurden. "Wir haben nichts zu verbergen. Vor allem gibt es keine Ansätze für vorsätzliche Steuerhinterziehung", sagte Heskamp.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft richtet sich das Verfahren ausdrücklich nicht gegen die Profis. "Bei dem Ermittlungsverfahren geht es um den Verdacht der Steuerhinterziehung durch Verantwortliche des Vereins und eine Vermarktungsgesellschaft", sagte Staatsanwältin Wibke Warnking. Neun Personen stehen unter dem Verdacht, unter anderem Einnahmen nicht vollständig abgerechnet zu haben.
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Grundlage für die Razzia ist eine Betriebsprüfung des Finanzamtes Osnabrück. Dabei wurden für die Jahre 2006 bis 2009 Unregelmäßigkeiten festgestellt. Sie sollen auch Spiele der VfL-Reserve betreffen. "Das sichergestellte Material wird jetzt ausgewertet. Wir wollen das Verfahren zügig durchziehen. Zwei Monate wären auch kurzfristig", erklärte Staatsanwältin Warnking zur weiteren Vorgehensweise.
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Quelle: dpa
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