06.02.2012, 20:34 Uhr
BVB-Kapitän Sebastian Kehl (li.) und Mats Hummels müssen auf der Hut sein. (Quelle: imago)
Borussia Dortmund hat das erste Double der Klubgeschichte fest ins Auge gefasst. Vier Tage nach der Rückkehr an die Bundesliga-Tabellenspitze eröffnet der Meister im DFB-Pokal die Runde der letzten Acht. "Wir haben Großes vor - nicht nur in der Meisterschaft", sagte Nationalspieler Mats Hummels vor dem Spiel beim Viertligisten Holstein Kiel (ab 20.15 Uhr im FUSSBALL.de Live-Ticker).
Nach Hummels' Einschätzung ist von Beginn an höchste Konzentration vonnöten. "Wichtig ist, dass wir in Führung gehen. Wenn nicht, könnte es schwierig werden. Das haben die anderen drei Mannschaften zu spüren bekommen", sagte der Manndecker mit Verweis auf die bisherigen Zu-Null-Pokalsiege der Kieler gegen die Profi-Clubs aus Cottbus, Duisburg und Mainz.
Wie der Nationalspieler hofft auch Trainer Jürgen Klopp auf eine Fortsetzung der derzeitigen BVB-Erfolgsserie - und den ersten Einzug in ein Pokal-Halbfinale seit 2008: "Ich habe schon als Junge vom Pokalfinale geträumt", sagte Klopp.
Der seit 14 Bundesliga-Spielen unbesiegte BVB geht zwar als Favorit, aber auch mit gehörigem Respekt in die Partie. Klopp ließ zwei Testpartien des Gegners beobachten und schaute sich dessen Pokalerfolge über die Zweitligisten aus Cottbus und Duisburg sowie über den Erstligisten Mainz auf DVD an. "Kiel ist kein normaler Viertligist", befand er. Befürchtungen, dass seine Profis die Partie auf die leichte Schulter nehmen könnten, hegt der Coach nicht.
"Meine Mannschaft unterschätzt definitiv keinen Gegner, weder Kiel noch irgendeinen anderen", sagte Klopp in einem Interview auf der Internetseite des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).
Kopfzerbrechen bereiten jedoch die Platzverhältnisse - auch wenn beim BVB zumindest offiziell niemand darüber redet. Denn der Zweite der Regionalliga Nord hat keine Rasenheizung. Trotz der derzeit eisigen Temperaturen haben die Kieler wie schon in Runde drei vorgesorgt - ein über der Rasenfläche aufgebautes und 8000 Quadratmeter großes Klima-Zelt soll ein Anfrieren des Bodens verhindern.
"Wie ich hörte, ist in Kiel ein komplett neuer Rasen verlegt worden. Damit ist dieses Thema erledigt", kommentierte Klopp betont unaufgeregt. "Wir haben 35 Minuten Zeit, uns darauf einzustellen - genau wie der Gegner."
Für Holstein-Coach Thorsten Gutzeit war es selten leichter, seine Spieler auf eine Partie einzustimmen: "Das ist ein Traum für meine Spieler", sagte der Trainer, der die Herausforderung immerhin in Bestbesetzung annehmen kann. "Es wird diesmal ganz, ganz schwer. Aber meine Spieler sind alle geil auf den Erfolg. Wir müssen Dortmund irgendwie auf unser Niveau herunterziehen."
Die 11.500 Eintrittskarten waren binnen 13 Minuten vergriffen, die Ticketpreise auf dem Schwarzmarkt kletterten auf bis zu 3000 Euro. "Wir hätten bestimmt 40.000 Tickets verkaufen können. Aber auch so ist dieses Spiel ein gigantisches Ereignis für uns", kommentierte Holstein-Sportchef Andreas Bornemann den immensen Publikumszuspruch.
Finanziell ist man an der Förde schon jetzt der große Pokalsieger. Zwischen 2,5 und 3 Millionen Euro werden auf die Holstein-Konten fließen, Einnahmen, die norddeutsch-kühl verplant und nicht nach dem Gießkannenprinzip ausgegeben werden sollen. "Keiner wird da bei uns die Bodenhaftung verlieren", verspricht Geschäftsführer Wolfgang Schwenkert.
Quelle: dpa , sid , t-online.de
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