08.02.2012, 22:02 Uhr
Franck Ribery und Mario Gomez beim Torjubel. (Quelle: Reuters)
Bastian Schweinsteiger verloren, aber die Mini-Krise beendet: Bayern München darf nach einer überzeugenden Vorstellung weiter vom Triple träumen. Vier Tage nach dem Verlust der Bundesliga-Tabellenspitze zog das Team von Trainer Jupp Heynckes mit einem souveränen 2:0 (1:0) beim Lieblingsgegner VfB Stuttgart ins Halbfinale des DFB-Pokals ein. Franck Ribery (30.) und der Ex-Stuttgarter Mario Gomez (46.) erzielten die Tore am 46. Geburtstag von VfB-Trainer Bruno Labbadia.
60.000 Zuschauer in der ausverkauften Stuttgarter Arena erlebten schon vor dem Anpfiff die erste Überraschung. Superstar Arjen Robben saß beim hochfavorisierten Gast vorerst nur auf der Bank, WM-Torschützenkönig Thomas Müller blieb in der Startformation. Eine überraschende taktische Variante von Chefcoach Heynckes, die sich als spielentscheidend erweisen sollte.
Nach einer halben Stunde passte Müller nach einer schnellen Kombination von rechts mustergültig in die Mitte, wo Ribery nur noch zum 1:0 einzuschieben brauchte. 32 Sekunden nach dem Wiederanpfiff traf Gomez ebenfalls auf Vorarbeit von Müller zum 2:0. Damit war im neunten Pokal-Duell der beiden Klubs der achte Bayern-Sieg perfekt.
Zu diesem Zeitpunkt war Bayerns Mittelfeldchef Schweinsteiger mit einer Bänderverletzung am rechten Sprunggelenk längst in den Katakomben verschwunden. Als Folge eines Zweikampfs mit dem ehemaligen Münchner Georg Niedermeier war er bereits nach 17 Minuten vom Platz gehumpelt. "Wir müssen die genaue Untersuchung abwarten", sagte Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger. Die Bilder lassen aber eine längere Pause befürchten.
Nationalspieler Schweinsteiger hatte schon Ende vergangenen Jahres wegen eines Schlüsselbeinbruchs zwei Monate gefehlt und sein Team war danach in die Krise gerutscht. Doch gegen die überforderten Stuttgarter steckte der deutsche Rekordmeister das Aus für Schweinsteiger hervorragend weg. Das lag an dem neben dem in neuer alter Rolle wie verwandelt auftretenden Müller vor allem am überragenden Toni Kroos.
Der Jungstar sprühte nach der Rückkehr auf seine Lieblingsposition hinter den Spitzen förmlich vor Spielfreude. Fast alle gefährlichen Aktionen der kämpferisch wie spielerisch stark verbesserten Gäste liefen über Kroos, der bei einem Lattenschuss (20.) und einer weiteren Großchance (45.) selbst einen Treffer auf dem Fuß hatte.
Die in der Bundesliga seit sieben Spielen sieglosen Stuttgarter waren dem FC Bayern in allen Belangen unterlegen und konnten gegen die aggressiveren Gäste kaum Chancen herausspielen. Nur nach einem Schuss von Neuzugang Vedad Ibisevic (63.) zappelte der Ball im Netz, der Fünf-Millionen-Mann hatte jedoch zuvor Bayern-Keeper Manuel Neuer gefoult.
Bayern brachte danach den nach dem schwachen Rückrundenstart eminent wichtigen Sieg routiniert nach Hause und bleibt neben Meisterschaft und Champions League auch im Pokal weiter im Titelrennen.
Quelle: dapd , FUSSBALL.DE
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