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Peinliche Pokal-Blamage für Hertha BSC

20.08.2012, 14:56 Uhr | FUSSBALL.DE

Alfredo  Morales (li.) und Maik Franz sind nach der Pleite in Worms konsterniert. (Quelle: dpa)

Alfredo Morales (li.) und Maik Franz sind nach der Pleite in Worms konsterniert. (Quelle: dpa)

Aus Worms berichtet Sebastian Schlichting

Freude und Frust gehören beim Fußball naturgemäß eng zusammen. In Worms sogar noch etwas enger als anderswo angesichts der sehr überschaubaren Größe des Kabinentraktes im Stadion der Wormatia. So durfte Romas Dressler also berichten, wie er das entscheidende 2:1 in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Hertha BSC erzielt hatte, dass er sich erst vor zwei Wochen einen Muskelfaserriss zugezogen hatte und dass er früher einmal beim Chemnitzer FC gespielt hat.

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Hinter ihm trugen Betreuer kistenweise alkoholhaltige Erfrischungsgetränke in die Kabine. Und zwischendrin bahnten sich die Hertha-Spieler den Weg nach draußen, wortlos und mit finsterer Miene. Zuvor waren sie von den eigenen Fans mit "Ihr seid so lächerlich"-Rufen verabschiedet worden.

Hertha BSC schon wieder in der Krise

Während die einen kaum fassen konnten, dass sie bei 36 Grad einen Zweitligisten in der Schlussphase niedergekämpft hatten, war Herthas missratener Saisonstart soeben zu einem katastrophalen geworden. Oder einem "alles andere als optimalen", wie Manager Michael Preetz sehr diplomatisch zu Protokoll gab. Ein glückliches 2:2 zum Zweitliga-Auftakt gegen den SC Paderborn, ein peinliches 1:3 beim FSV Frankfurt, ein blamables 1:2 im Pokal bei Viertligist Wormatia Worms – eine solche Bilanz wäre für einen Aufsteiger bedenklich, für Absteiger Hertha BSC ist sie verheerend. Krise in Berlin! Mal wieder!

Dabei hatte der neue Trainer Jos Luhukay nach der Niederlage in Frankfurt zu für ihn sehr ungewöhnlichen Maßnahmen gegriffen: "Versagen" hatte er der Mannschaft öffentlich vorgeworfen und "Leidenschaft" und "Charakter" vermisst. Viel mehr geht nicht. Zudem gab es in Worms Veränderungen auf sechs Positionen. Unter anderem saß der teuerste Einkauf Sami Allagui (1,7 Millionen Euro Ablöse) auf der Bank.

K.o. in der Schlussphase

Auf diese hatte sich auch Luhukay kaum gesetzt, schon waren alle Wutreden und Personalwechsel hinfällig. Wormatia erzielte nach drei Minuten durch Tim Bauers Elfmeter das 1:0. Nach Sandro Wagners Ausgleich hätte Hertha das Spiel gewinnen müssen, stattdessen fingen sich die Berliner gegen einen der Verlängerung entgegenwankenden Gegner kurz vor Schluss den K.-o.-Schlag. Da half es wenig, dass Luhukay sein Team "88 Minuten in der gegnerischen Hälfte" gesehen hatte. Diesmal stellte er sich vor die Mannschaft, Wutreden sind eben kein Mittel für jede Woche, und parierte alle Nachfragen bezüglich mangelnder Einstellung. Erst höflich, später patzig.

Preetz: "Haben Spagat nicht hinbekommen"

Zeit brauche die Mannschaft und der neue Trainer, hieß es schon vor Saisonbeginn in Berlin. Doch dass es so schlimm werden würde, hatte wohl niemand befürchtet: "Wir haben den Spagat nicht hinbekommen, parallel Ergebnisse abzuliefern", sagte Preetz. Die Probleme sind altbekannt. Manche Spieler scheinen immer noch nicht verinnerlicht zu haben, dass Hertha bereits sehr dicht an der Wand steht. Lange Zeit schoben sie sich behäbig den Ball zu, wilde Pässe verfehlten den Mitspieler mitunter um Meter. Stand da wirklich ein Zweitligist mit klaren Ambitionen Richtung Bundesliga auf dem Platz, fragte sich mancher Wormser Zuschauer auf der Haupttribüne laut.

Hertha läuft schon ganz zu Beginn der Saison die Zeit davon. Die nächste Chance, die Abwärtsspirale zu stoppen, besteht im Heimspiel gegen Jahn Regensburg. Der Hauptstadtklub hat es tatsächlich vollbracht, sich vor dem dritten Spieltag selbst unter absoluten Siegzwang zu setzen. "Wir müssen Ergebnisse abliefern“, sagt Preetz. Den Kredit der Fans haben die Spieler jedenfalls schon verspielt.

Quelle: FUSSBALL.DE

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