09.02.2012, 08:22 Uhr
Aus Stuttgart berichtet Johann Schicklinski
Schon während des Spieles trieb es Stuttgarts Manager Fredi Bobic die Zornesfalten ins Gesicht. Grund dafür war die miserable Leistung seines VfB bei der 0-2-Pleite im Pokal-Viertelfinale gegen die Bayern. Später in den den Katakomben des Stuttgarter Stadions platze ihm dann der Kragen.
"Das war heute gar nichts, eine Frechheit", sagte der frühere Profi und legte nach: "Dafür müssen wir uns eigentlich beim Publikum entschuldigen, das heute sehr geduldig war." Die Zahlen der Spielanalyse geben ihm recht: 5-17 Torschüsse, 4-9 Ecken und nur 38% Ballbesitz für die Heimelf sprechen eine deutliche Sprache. Der VfB agierte über 90 Minuten ängstlich, nervös und kein bißchen aggressiv.
"Kein Kampf und keine Leidenschaft"
Einmal in Rage, kannte der Europameister von 1996 kein Halten mehr. "Kein Kampf, keine Leidenschaft und ohne unseren überragenden Torwart hinten drin, hätte das noch ganz anders ausgehen können", sagte Bobic. "So kannst du nicht auftreten, vor heimischem Publikum, im Pokal, wo es eh nichts zu verlieren gibt."
Labbadia: "Haben den Mut verloren"
Dabei hatten sich die nach der Winterpause noch sieglosen Stuttgarter nach dem späten Punktgewinn vom Wochenende in Leverkusen noch im Aufwind gesehen, vorab den Teamspirit beschworen und an die Außenseiterchance geglaubt. Doch von alledem war gegen den Rekordmeister nichts zu sehen. "Wir haben die ersten 15 Minuten ansprechend gespielt, aber dann haben wir den Mut verloren", versuchte Trainer Bruno Labbadia wenigstens noch einen positiven Aspekt in der Niederlage zu finden, während Bobic auch hierzu eine Meinung hatte: "Wir haben nach dem Spiel gegen Leverkusen viel davon geredet, auf dem richtigen Weg zu sein. Aber den haben wir mal ganz schnell wieder verlassen."
"Müssen den Druck erhöhen"
Am Samstag trifft der VfB auf Hertha BSC, die im neuen Jahr ebenfalls noch sieglos sind. Ein Duell der Krisenklubs, bei dem der Verlierer mit dem Rücken zur Wand stehen wird. Für Bobic zählen nur drei Punkte, deswegen ist es bei den Schwaben auch vorerst vorbei mit der Gemütlichkeit. "Wir werden das aufarbeiten müssen in den nächsten Tagen. Gegen Hertha BSC müssen wir ganz anders auftreten. Sonst wird es sehr, sehr schwierig", sagte Bobic. "Vielleicht müssen wir den Druck auch noch erhöhen. Unsere Mannschaft hat innerhalb von drei Tagen zwei Gesichter gezeigt. Das von heute will ich nicht mehr sehen."
Quelle: FUSSBALL.DE
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