17.12.2012, 10:43 Uhr | FUSSBALL.DE
Mainzer Ultras in Aktion. (Quelle: imago/Revierfoto)
Nach der Dauerdebatte um das neue Sicherheitskonzept ist die deutsche Fan-Szene zerrissen. Ob in Mainz, Schalke oder Wolfsburg - am letzen Spieltag vor der Winterpause wehrten sich viele "gemäßigte" Anhänger gegen die kleinen Gruppen von Krawallmachern. Offenbar geraten die Ultras in den Stadien immer mehr ins Abseits.
In Mainz reagierte das Publikum auf Rufe wie "Fußball-Mafia-DFB" mit Pfiffen. Zudem ignorierten die Spieler nach dem 3:1-Sieg gegen Stuttgart die Hardcore-Fans. Keiner ließ sich am Zaun blicken, keiner stimmte ein Fan-Lied an. Harald Strutz, Präsident der Rheinhessen, machte seinem Ärger Luft. "Diese Fans sollen zu Hause bleiben. Sie glauben, sie können den Fußball kaputt machen. Da haben sie keine Chance, dazu ist die Gruppe zu klein", zitiert der "kicker" den Mainz-Boss.
Auch auf Schalke wurde am Wochenende die Zerrissenheit der Fan-Szene deutlich. Als rund 300 Ultras bei der Partie gegen Freiburg gegen den Vizepräsidenten der Deutschen Fußball-Liga (DFL) und Schalke-Vorstand Peter Peters skandierten ("Peters raus"), konterte die Mehrzahl der Fans mit "Ultras raus".
Und in Wolfsburg ertönte ein Pfeifkonzert, als im Heimblock zwei Rauchbomben gezündet wurden. In Leverkusen feuerten die Fans ihre Mannschaft lautstark an und ignorierten so den Stimmungs-Boykott der Ultras.
Im Kellerduell zwischen Fürth und Augsburg schwiegen die Hardcore-Fans der Kleeblätter eine ganze Halbzeit lang. Dabei können die Franken doch jede Unterstützung im Abstiegskampf gebrauchen. Entsprechend kritisch äußerte sich Mittelfeldmann Stephan Fürstner und sprach das aus, was viele Bundesliga-Kicker derzeit wohl auch denken.
"Natürlich wünscht man sich, dass die Fans auf die ganzen Proteste scheißen und sagen: Es geht um die Mannschaft und nicht um die DFL. Aber wir müssen das so hinnehmen", sagte Fürstner
Quelle: FUSSBALL.DE
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