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Die DDR-Oberliga-Klubs - damals und heute

30.09.2010, 17:04 Uhr | sid

Co-Trainer Helmut Stein (li.) und Trainer Hans Meyer vom FC Carl Zeiss Jena. (Foto: imago)

Co-Trainer Helmut Stein (li.) und Trainer Hans Meyer vom FC Carl Zeiss Jena. (Foto: imago)

20 Jahre nach der Wiedervereinigung ist die Bundesliga eine reine Liga des Westens. Joachim Streich Rekordspieler und -torschütze der DDR-Auswahl sagte zu dieser Situation: "Da blutet mir das Herz, denn ich bin mit den Klubs groß geworden, die heute zum Teil in der Versenkung verschwunden sind. Wenn ich mir die Sportschau angucke, dann fehlt mir schon etwas. Es ist traurig, dass der Osten in der Bundesliga momentan ein weißer Fleck ist".

Von den 14 Mannschaften der letzten DDR-Oberligasaison 1990/91 hat sich einzig Zweitligist Energie Cottbus in der 2. Liga gehalten. Zwar schafften mittlerweile auch Union Berlin und Erzgebirge Aue den Sprung ins Unterhaus, doch das ändert wenig am düsteren Gesamtbild. Vereine wie Lokomotive Leipzig oder der BFC Dynamo etwa dümpeln im Niemandsland der Oberliga Nordost. Oftmals sorgen die Klubs nur wegen ihrer Finanzprobleme oder Hooligans für Schlagzeilen.

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Sparwasser: "Kein Durchsetzungsvermögen"

Streichs ehemaliger Teamkollege beim früheren Europapokalsieger 1. FC Magdeburg, Jürgen Sparwasser, macht die ostdeutsche Mentalität für die Misere mitverantwortlich. Die Fußballer hätten auch 20 Jahre nach der Wende von den Westkollegen nicht gelernt, die Ellenbogen auszufahren. "Die haben jetzt zwar Bananen, können nach Spanien fahren, haben die Reisefreiheit. Aber sie haben im jugendlichen Alter kein Durchsetzungsvermögen", sagte der Siegtorschütze des WM-Spiels 1974 in Hamburg gegen den großen Bruder BRD (1:0).

Schafft RB Leipzig die Wende?

Die Hoffnung, dass irgendwann einmal ein deutscher Fußball-Meister aus dem Osten kommt, hat Sparwasser längst aufgegeben: "Das werden wir nicht mehr erleben." Wenn es überhaupt einem Verein zuzutrauen ist, dann vielleicht RB Leipzig. Der von einem österreichischen Getränkehersteller (Red Bull) gesponserte Regionalligist überflügelt einen Ost-Traditionsklub nach dem anderen und will langfristig die Spitze der Bundesliga angreifen. Doch der Klub hat im Osten ein Imageproblem. "Ich finde, dass das eine gute Sache ist", sagte jedoch Streich. Die Region lechze nach professionellem Fußball, den ihm die etablierten Vereine nicht bieten können, erklärte der 102-malige Auswahlspieler (55 Tore): "Die anderen hatten ihre Chance, als sie nach der letzten DDR-Oberligasaison Startplätze in der ersten und zweiten Liga bekamen. Aber aus dieser Chance haben sie nicht viel gemacht."

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Quelle: sid

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