08.10.2010, 18:55 Uhr | FUSSBALL.DE
Am 10. Oktober 1998 in Bursa legt sich der deutsche Keeper Oliver Kahn den Ball der Türken selbst ins Netz. (Fotos: imago)
Deutsche Nationalmannschaften stehen seit Jahrzehnten für spezielle Tugenden, um die sie die Gegner traditionell beneiden. Eine davon ist die Gabe, sich genau dann voll zu konzentrieren, wenn es gilt - so wie heute gegen die Türkei (ab 20.30 im FUSSBALL.DE Live-Ticker). Da es in Berlin um Punkte Richtung EM-Endrunde geht, stehen Fokussierung und Erfolg des Gastgebers außer Frage: Vor dem 77. Qualifikationsspiel zu einer EM beschmutzen nur sieben Niederlagen die Weste der in dieser Hinsicht unerreichten DFB-Auswahl. Eine davon setzte es jedoch gegen die Türken, vor fast genau zwölf Jahren in Bursa.
Am 10. Oktober 1998 unterlief dem Torwart-Titanen Oliver Kahn ein legendäres Eigentor. Seitdem gelang es nur noch Tschechien, Deutschland zu schlagen, genau neun Jahre und eine Woche später. Mit 0:3 zog der dreimalige Europameister damals in München so deutlich wie nie zuvor im Rahmen einer EM-Qualifikation den Kürzeren. Da war bereits Joachim Löw als Bundestrainer in Amt und Würden und mit seinen Jungs schon qualifiziert für das Turnier in Österreich und der Schweiz.
Deutschland gegen TürkeiDer Teamvergleich
Löw war gerade süße sieben Jahre alt, als dem damaligen Vize-Weltmeister Deutschland bereits sein zweites EM-Qualispiel in die Hosen ging. Der spätere Hannoveraner Josip Skoblar leitete mit seinem 1:0 am 3. Mai 1967 in Belgrad für Jugoslawien Deutschlands Scheitern ein, das ein unvergessenes 0:0 in Tirana gegen Albanien besiegelte. Seitdem aber fand kein EM-Turnier mehr ohne Deutschland statt.
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Auch nicht 1984 in Frankreich, trotz zweier Niederlagen gegen Nordirland. Die Briten sind das einzige Team, das Deutschland in EM-Qualifikationen zwei Mal schlug, zwei Mal mit 1:0, binnen eines Jahres: am 17. November 1982 in Belfast und am 16. November 1983 in Hamburg.
0:1 hieß es fünf Mal, bei sieben Niederlagen in EM-Qualifikationen. Dieses Resultat ist somit die Standard-Schlappe für eine Fußball-Großmacht, die im Rahmen von WM-Qualifikationen gar nur zwei Mal die Waffen streckte: 1985 in Stuttgart mit 0:1 gegen Portugal, und gar mit 1:5 2001 in München gegen England. In der EM-Quali schaffte auch Englands Nachbar Wales ein 1:0 über Deutschland. Am 5. Juni 1991 flog erst der deutsche Libero Thomas Berthold vom Platz, ehe in Cardiff die walisische Sturm-Ikone Ian Rush zum Heimsieg einnetzte.
Vier Jahre und zwei Tage später in Sofia hieß es für Deutschland, schon wieder Bulgarien zu einem Prestigeerfolg zu gratulieren. Eine 2:0-Führung gegen den Viertelfinal-Bezwinger der WM in den USA im Jahr davor genügte nicht. Zwei Mal Hristo Stitschkow und Emil Kostadinow schossen die Bulgaren zum 3:2. In England spielten 1996 beide Länder Seite an Seite ein Turnier, das Deutschland gewann. Damals feierte Deutschlands Dauergegner in EM-Qualifikationen, die Türkei, ihr EM-Endrundendebüt. Bereits vor den Turnieren 1972, 1980, 1984 und 2000 hatten es beide Länder miteinander zu tun, treffen also heute zum neunten Male auf dieser Ebene aufeinander. Und: 2008 setzte sich Deutschland im EM-Halbfinale knapp mit 3:2 gegen die Türken durch.
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Quelle: FUSSBALL.DE
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