26.10.2012, 08:12 Uhr | FUSSBALL.DE
Die Profis von Borussia Mönchengladbach bejubeln den Siegtreffer durch Peniel Mlapa. (Quelle: AP)
Einzig der VfB Stuttgart hat nicht das Optimum herausgeholt. Während die Schwaben beim enttäuschenden 0:0 gegen den FC Kopenhagen wichtige Punkte liegen ließen, haben die anderen sechs deutschen Vertreter in der Champions League und in der Europa League ausnahmslos Siege eingefahren. Nach den Siegen von Bayern, Schalke und dem BVB in der europäischen Königsklasse rundeten Bayer Leverkusen (4:0 bei Rapid Wien), Hannover 96 (2:1 bei Helsingborg IF) und Bundesliga-Sorgenkind Borussia Mönchengladbach (2:0 gegen Olympique Marseille) die fast perfekte Woche für den deutschen Fußball ab.
In der UEFA-Fünfjahreswertung, die maßgeblich für die Anzahl der Europapokalplätze ist, hat Deutschland (68,471 Punkte) damit seinen dritten Platz zementiert. In der aktuellen Saison sind die Bundesliga-Klubs zweitstärkste Kraft hinter den spanischen Vereinen, der Abstand auf die zweitplatzierten Engländer (73,249) ist dadurch gesunken. Viel wichtiger aber: Der Vorsprung auf die viertplatzierten Italiener (55,314) ist gestiegen. Nur die ersten drei Nationen im Ranking dürfen vier Starter für die Champions League bzw. die Qualifikation für die Köngisklasse melden.
Entsprechend groß war die Freude bei Spielern und Verantwortlichen der Klubs. "Dieser Sieg war wichtig für uns gegen eine gute Mannschaft. Es war unsere letzte Chance, um noch weiterzukommen", sagte Gladbach-Trainer Lucien Favre nach dem Erfolg gegen Marseille. Leverkusens Coach Sascha Lewandowski attestierte seiner Elf nach dem Kantersieg in Wien "40 richtig gute Minuten". "Es war das erwartet schwere Spiel mit einem herrlichen Ende. Wir hatten das Glück des Tüchtigen", resümierte Hannovers Trainer Mirko Slomka nach dem Last-Minute-Triumph in Helsingborg.
Nur in Stuttgart gab es nach der Nullnummer gegen Kopenhagen lange Gesichter. "Wir haben gesagt, wir brauchen drei Siege. Wir haben noch drei Spiele. Jetzt müssen wir alle drei gewinnen", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic. Der Deutsche Meister von 2007 ist in seiner Gruppe Letzter, ihm droht das vorzeitige Aus.
Bereits am Dienstag und am Mittwoch hatten die deutschen Klubs in der Champions League geglänzt. Insbesondere der Schalker Sieg bei Arsenal London und der Dortmunder Erfolg gegen Real Madrid hatten dabei bleibenden Eindruck hinterlassen. Die internationale Presse feierte martialisch die "Rückkehr der Eurofighter", so titelte die "Daily Mail": "Huntelaar und Affelay töten die Gunners." Beim BVB-Sieg gegen die Königlichen hat insbesondere die Art und Weise imponiert. Die spanische Zeitung "El Mundo" schreibt dazu: ""Diese Dortmunder repräsentieren ein großes Deutschland. Die Borussia kombiniert wie die Spanier und legt ein Tempo vor wie ihre Vorfahren."
Klar scheint: Der deutsche Fußball ist weiter im Kommen. Vor wenigen Jahren noch waren die deutschen Klubs ihrer Konkurrenz aus Spanien, England und Italien deutlich unterlegen. Mittlerweile sind die Italiener längst abgehängt, die Bundesliga kann auf Sicht sogar an der Premier League vorbeiziehen. Deren Klubs patzten am dritten Spieltag der Champions League. Neben Arsenal verloren Chelsea in Donezk und Manchester City in Amsterdam. Lediglich Manchester United kam mit einem blauen Auge davon und siegte gegen Braga knapp mit 3:2. Der Trend spricht jedenfalls für die deutschen Vertreter, von denen der BVB und Schalke gerade ihre internationale Reifeprüfung abgelegt haben.
Quelle: FUSSBALL.DE
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