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Ex-Profis im Amateurfußball: Marek Lesniak

27.10.2012, 13:11 Uhr | FUSSBALL.DE

Szene aus dem Jahr1993: Marek Lesniak im Trikot der SG Wattenscheid 09  (Quelle: imago)

Szene aus dem Jahr1993: Marek Lesniak im Trikot der SG Wattenscheid 09 (Quelle: imago)

Von Björn Wannhoff

Sie spielten in vollbesetzten Arenen und waren einem Millionenpublikum bekannt. Sie waren Bundesliga-Profis und zum Teil Nationalspieler. Zum Ende ihrer Karriere oder danach erinnern sich nicht wenige Stars an ihre Wurzeln: FUSSBALL.DE stellt in einer Serie ehemalige Profikicker vor, die jetzt das Bild des Amateurfußballs mitprägen. Teil elf: Marek Lesniak, früher u.a.  Bayer 04 Leverkusen und SG Wattenscheid 09, heute TuSpo Richrath, Landesliga Niederrhein, Gruppe 1.

Mit der Empfehlung des Torschützenkönigs der polnischen Ekstraklasa wagte Marek Lesniak 1988 den Schritt in die Bundesliga. Dort zeigte sich bald, dass er mehr war als ein Knipser. Im darauffolgenden Jahrzehnt wurde Lesniak zu einer Art Kultfigur: Mit seinem markanten Schnauzbart und seiner laufintensiven, uneigennützigen Spielweise eroberte er die Herzen der Fans.

Er erarbeitete sich den Ruf eines ehrlichen und bodenständigen Spielers, so dass er auch mal von gegnerischen Fans mit Standing Ovations verabschiedet wurde. Und ein Verein musste immer vor ihm zittern: Gegen den FC Bayern erzielte Lesniak 1993 beim 3:3 im Olympiastadion alle drei Tore für Wattenscheid, nachdem er im Jahr zuvor beim 2:0 ebenfalls Raimond Aumann bezwingen konnte – per Fallrückzieher.

"Ohne Fußball kriege ich nichts auf die Reihe"

Heute hat sich der 48-Jährige von der ganz großen Bühne verabschiedet. Vom seinem Sport trennen mag er aber sich nicht: "Ohne Fußball kriege ich nichts auf die Reihe. Das macht mir einfach zu viel Spaß. Und ich bin sehr dankbar, dass ich hier in Richrath eine Landesligamannschaft trainieren kann", erklärt Lesniak.

Dank des Erfolgserlebnisses beim 2:0 gegen Rellinghausen sieht es für sein Team auch ganz gut aus. "Das war ein enorm wichtiger Sieg. Jetzt haben wir noch ein Nachholspiel, wenn wir das gewinnen sind wir sogar in Reichweite der Spitzengruppe." Der Aufstieg ist dabei derzeit kein Thema: "Als ich letztes Jahr gekommen bin, war die Mannschaft fast abgestiegen. Ein einstelliger Tabellenplatz ist das erklärte Ziel."

Seine Bekanntheit wird ihm in der Landesliga auch ab und zu zum Verhängnis. Lesniak wurde vom Schiedsrichter von der Trainerbank verwiesen. Der Gegner sprach nach dem Vorfall von einem "Witz": "In dieser Spielklasse gibt es zwei oder drei Schiedsrichter, die sich wichtig machen wollen. Aber solange wir gewinnen, lebe ich damit gerne", sagt der ehemalige polnische Nationalspieler mit einem Lächeln.

Abstriche in der Landesliga

In fast zwei Jahrzehnten hat der Spieler Lesniak viele Trainer erlebt. Der Trainer Lesniak muss aber in der Landesliga Abstriche machen, wenn er seine Kenntnisse an den Mann bringen will: "Das ist hier natürlich etwas anderes. Manchmal will ich auch zu viel, aber man muss sehen, dass die Jungs im Beruf stehen. Da kann man keine hundertprozentige Konzentration auf den Fußball verlangen."

Deshalb versucht Lesniak, seine Spieler nicht zu sehr von oben herab zu behandeln: "Ich will sie eher als Kollegen ansehen. Aber die Mannschaft weiß natürlich auch, dass es bei mir Grenzen gibt. Wenn diese Grenzen überschritten werden, bin ich kein Kollege mehr", erklärt Lesniak. Seine Hauptaufgabe sieht er vor allem darin, sein Team taktisch weiterzubilden: "Manche haben die Jugendabteilungen von großen Vereinen wie Borussia Mönchengladbach durchlaufen, aber das ist nicht bei allen der Fall. Da gibt für viele schon noch etwas zu lernen."

Ein großen Unterschied zum Verhältnis zwischen Spieler und Trainer sieht er nicht: "Vielleicht werden heute mehr Fragen von Seiten der Spieler gestellt, aber das ist nichts schlimmes. Ich erlebe die junge Generation nicht als respektlos. Am Ende geht es doch immer um Autorität, und ich denke die habe ich."

Keine Sonderbehandlung für Sohn Wojczek

Zu einem Spieler hat Lesniak ein besonderes Verhältnis. Sein Sohn Wojczek stürmt seit diesem Jahr für Richrath. Einen Bonus hat Lesniak junior allerdings nicht: "Da trenne ich ganz klar zwischen dem Spieler und dem Sohn. Aber er macht seine Sache momentan sehr gut und die anderen Spieler sagen auch, dass aus der Startelf nicht wegzudenken ist."

Dass es trotz seines Talents nichts mit einer großen Karriere für Wojczek wurde, lag für Lesniak an seinem Verletzungspech: "Er hat ja schon in der Oberliga in Velbert unter mir gespielt, hatte aber dann einen Bandscheibenvorfall. Ich hatte auch mit Hans Meyer über ihn gesprochen, als er Trainer in Nürnberg war. Dann hat sich Wojczek leider zweimal den Fuß gebrochen." Eine Profi-Karriere kommt nun nicht mehr in Frage: "Er hätte das Zeug dazu gehabt, aber jetzt, mit 26 Jahren, hat er das abgehakt." 

Die Kontakte nach oben fehlen

Dass es für Lesniak senior trotz einer langen Profikarriere bisher nichts mit einer Trainerlaufbahn im höheren Ligen wurde, liegt wohl daran, dass er früher nicht so gerne auf Empfänge und Partys ging. "Der Wunsch, höher zu trainieren, ist da. Aber da fehlen mir die Kontakte. Ich wollte mich früher nicht verbiegen, nur weil es mir einen Vorteil bringt." Aber bereuen möchte er nichts: "Natürlich überlege ich heute manchmal, ob das ein Fehler war. Dennoch ist es auch richtig, zu seinem Charakter zu stehen." So ganz hat Lesniak den Traum vom Profifußball aber nicht aufgegeben: "Vielleicht ergibt in Zukunft noch etwas, gerne auch als Co-Trainer."

Quelle: FUSSBALL.DE

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 (Quelle: abc)