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Blickpunkt Amateure

Ex-Profis im Amateurfußball: Claus Reitmaier

01.11.2012, 09:38 Uhr | dfb.de

Claus Reitmaier im KSC-Trikot. (Quelle: imago)

Claus Reitmaier im KSC-Trikot. (Quelle: imago)

Sie spielten in vollbesetzten Arenen und waren einem Millionenpublikum bekannt. Sie waren Bundesliga-Profis und zum Teil Nationalspieler. Zum Ende ihrer Karriere oder danach erinnern sich nicht wenige Stars an ihre Wurzeln: FUSSBALL.DE stellt in einer Serie ehemalige Profikicker vor, die jetzt das Bild des Amateurfußballs mitprägen. Teil elf: Claus Reitmaier, früher u.a. beim KSC, heute Torwart beim SV Halstenbek-Rellingen in der in der Oberliga Hamburg.

Es ist Sonntagnachmittag, Altona 93 spielt gegen den SV Halstenbek-Rellingen in der Oberliga Hamburg, 500 Zuschauer sind gekommen. Für die fünfte Liga ist das eine ordentliche Kulisse. Ein verhaltener Applaus kommt auf, als die Fußballer einlaufen. Etwas Stadionatmosphäre entsteht. Doch niemand würde vermuten, dass ein Ex-Profi mit 335 Bundesligaspielen hier mitmischt.

"Habe einfach Spaß am Fußball"

Aber genauso ist es: Claus Reitmaier, der unter anderem beim Karlsruher SC und dem VfL Wolfsburg im Tor stand, ist mit 48 Jahren im Amateurfußball aktiv, für Halstenbek-Rellingen. "Zwei Jahre nach meinem Karriereende hätte ich das nicht gemacht", gibt er zu. "Es wäre schwer zu akzeptieren gewesen, vor kurzem noch vor 70.000 Zuschauern gespielt zu haben und dann vor 100. Aber nun liegen einige Jahre dazwischen, und ich habe einfach Spaß am Fußball."

Ursprünglich wollte Reitmaier im vergangenen Jahr lediglich als Torwarttrainer beim SV Halstenbek-Rellingen mithelfen. Sein Trainervertrag beim Hamburger SV war ausgelaufen, er suchte nach einer neuen Beschäftigung. "Ich hatte keineswegs vor, selbst zu spielen - schließlich war ich nicht im Training und überhaupt nicht fit", erzählt er weiter. Doch der Oberligist war vom Verletzungspech geplagt. Die Torhüter fielen reihenweise aus. "Bevor wir einen Feldspieler zwischen die Pfosten stellen mussten, bin ich eben noch einmal ins Tor gegangen", sagt Reitmaier.

Ein Patzer im ersten Spiel

Sein nicht geplantes Oberligadebüt gab Reitmaier im November 2011 gegen den FC Bergedorf. Der Trainingsrückstand war ihm anzusehen. "Es lief wirklich schlecht", sagt er heute. Bei einem Freistoß in den Strafraum stürmte Reitmaier heraus, kam jedoch nicht an den Ball heran. Der Gegenspieler köpfte das Leder problemlos ins Tor, nach gerade einmal drei Minuten.

Der langjährige Profi sah plötzlich aus wie ein schwächelnder Amateur. "Mir fehlte die Schnellkraft", erinnert er sich. "Es fühlte sich an, als würden mich zwei Männer beim Hochspringen hinten festhalten." Viele hätten ihre Handschuhe schnellstmöglich in die Ecke geschmissen, nicht aber Claus Reitmaier. Der Ehrgeiz packte ihn. Bei jedem Training - der Oberligist übt dreimal die Woche - war er vor Ort. Und der Trainingsfleiß zahlte sich aus.

Auch Verletzungen können Reitmaier nicht bremsen

Claus Reitmaier wurde zu einem Leistungsträger des Fünftligisten. Selbst von Verletzungen wollte er sich nicht aufhalten lassen. Einmal stieß er mit einem Gegenspieler zusammen, zog sich eine Platzwunde zu. "Das war nicht weiter tragisch", sagt er. "Ich wollte sofort weiterspielen. Leider ließ sich die Blutung nicht stoppen und ich musste ins Krankenhaus."

Fast unnötig zu erwähnen, dass er wenige Tage später wieder auf dem Trainingsplatz stand. Erst nach zwei Monaten, als der Stammtorhüter wieder fit war, räumte Reitmaier seinen Spind. Nicht ahnend, dass er einige Monate später erneut aushelfen müsse.

Comeback nach dem Comeback

Stammtorwart Andre Alves-Lopes zog sich Ende September dieses Jahres einen Kreuzbandriss zu. Ersatztorwart Andre Asmus, der auch schon 39 Jahre alt ist, war noch nicht fit. Also fragte Trainer Thomas Bliemeister erneut bei seinem langjährigen Freund Claus Reitmaier nach. "Diesmal war ich besser drauf als vergangenes Jahr, weil ich viele Spiele für Traditionsmannschaften gemacht habe", erzählt der Torhüter. Dementsprechend begeistert ist sein Trainer: "Es ist einfach sensationell, dass er uns hilft. Zumal er noch immer ein Toptorwart ist."

Allzu lange möchte man die Gutmütigkeit des Schlussmanns nicht "ausnutzen", der Manager sucht derzeit nach einem neuen Torwart. "Solange wir den nicht gefunden haben und Claus keinen neuen Job als Torwarttrainer hat, bleibt er bei uns im Tor", kündigt Bliemeister an. Ihm ist anzusehen: Am Liebsten wäre es ihm, der Manager würde gar keinen Ersatz finden.

Toreverhinderer und Teamplayer

Welche Qualitäten Claus Reitmaier noch immer abrufen kann, zeigte er am Sonntag erneut. Mit starken Reflexen verhalf der Routinier dem SV Halstenbek-Rellingen zu einem 1:1 gegen Altona. Und noch wichtiger: Er agierte als wahrer Teamplayer. Immer wieder rief er seinen Vorderleuten aufmunternde Worte zu. Blieb jemand verletzt liegen, rannte der langjährige Profi sogar zum Mittelkreis, um sich nach dem Befinden des Mitspielers zu erkundigen.

"Claus hat nie heraushängen lassen, dass er mehr als 300 Bundesligaspiele auf dem Buckel hat", sagt sein Mannschaftskamerad Nils Matthiessen. Im Amateurfußball ist Reitmaier einer von vielen. Etwas anderes möchte er auch gar nicht sein.

Quelle: dfb.de

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