28.03.2011, 10:12 Uhr
Die Fans des TSV 1860 München protestieren immer heftiger gegen die Rettung des finanziell schwer angeschlagenen Zweitligisten. Die Beteiligung von Ortsrivale Bayern München an der Hilfsaktion stößt bei den Löwen-Fans auf erheblichen Widerstand. In der Nacht auf Samstag wurde ein Beutel mit blauer Farbe auf das Servicecenter des FC Bayern in der Säbener Straße in München geworfen.
Der oder die Täter sind nicht bekannt, die Sechziger gehen aber davon aus, dass er aus ihrem Lager kommt. "Vandalismus und so ein Schwachsinn, das geht gar nicht. Das ist sehr, sehr dumm", sagte 1860-Präsident Dieter Schneider. Der FC Bayern hat inzwischen Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung erstattet und der zuständigen Polizeibehörde ein Video zur Untersuchung des Vorfalls übergeben. Auf dem Film sei "die Sachbeschädigung ersichtlich", teilte der Klub mit.
Auf große Hilfe ihrer Fans können die Sechziger im Existenzkampf jedenfalls nicht hoffen. Die am vorigen Freitag veröffentlichte Petition der "Fanszene 1860" haben bis Sonntag rund 80 Fanklubs unterzeichnet und sich gegen eine Rettung des finanziell schwer angeschlagenen Klubs und für einen Neuanfang im Amateurlager ausgesprochen.
Bei einer Demonstration am Samstagabend in der Münchner Innenstadt riefen gerade einmal 150 Löwen-Anhänger zum Erhalt ihres Vereins auf. Mit der Demonstration sollte Druck auf die Politik und die Stadt ausgeübt werden. Der Traditionsverein muss bis Mitte dieser Woche acht Millionen Euro auftreiben, um die drohende Insolvenz abzuwenden.
Auch auf der Mitgliederversammlung der Fußball-Abteilung am Sonntag machten einige Mitglieder ihre Anti-Bayern-Haltung deutlich: 1860-Vizepräsident Franz Maget wurde mit rotem Konfetti beworfen. Bei der Erwähnung des Namens von Geschäftsführer Robert Schäfer, der der Veranstaltung fern geblieben war, entlud sich der Volkszorn auf niederstem Niveau ("Rote Hure", "Drecksau", "W..."). Unrühmlicher Höhepunkt war schließlich eine Buchstabenkette, bei der Fans mit T-Shirts den Slogan "Schäfer = Verräter" bildeten.
Ein Zwölf-Millionen-Rettungspaket mit Beteiligung eines ausländischen Investors, einer deutschen Privatbank, der Landesbank, der Stadtsparkasse sowie des FC Bayern soll den Untergang des TSV 1860 verhindern. Eine Lösung wurde trotz intensiver Verhandlungen noch nicht gefunden.
Quelle: FUSSBALL.DE
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