26.01.2012, 07:26 Uhr
Mario Gomez ist genervt. (Foto: imago)
Nach der Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach steigt beim FC Bayern München die Nervosität. Nun ist Mario Gomez der Kragen geplatzt. Der Torjäger hat die Taktik des Rekordmeisters und damit auch Trainer Jupp Heynckes kritisiert. "Es ist kein Zufall, dass wir gegen Hannover, Dortmund, Mainz und gegen Gladbach nicht mehr zurückgekommen sind", sagte der Nationalstürmer. "Unser Spiel ist brutal auf Ballbesitz ausgerichtet." Das helfe aber nicht, wenn man hinten liege und sich der Gegner komplett in die eigene Hälfte zurückziehe.
Bei der Niederlage in Mönchengladbach sei sein Team nach dem Rückstand ratlos gewesen, sagte Gomez weiter: "Wir haben gegen Gladbach keine Mittel gefunden und haben zu systematisch in unserem Schema gespielt. Da müssen wir variabler sein und nach Lösungen suchen."
Eine Kritik, die Heynckes nicht auf sich sitzen lassen will. "Ich erinnere daran, dass wir mit dem bisherigen System sehr gut und vor allem sehr erfolgreich gespielt haben", sagte der 66-Jährige der "Bild"-Zeitung. Für den erfahrenen Coach liegt die jüngste Pleite nicht an der Taktik, sondern an der Einstellung seiner Spieler: "Ich bin sicher, dass einige gedacht haben: 'Das geht von selbst. Wir haben überragendes Können, überragende Einzelspieler.‘ Aber beim FC Bayern darf man sich nie zurücklehnen." Heynckes sieht bei seinem Team in dieser Beziehung noch Defizite: "Insgesamt muss die Mannschaft lernen und verstehen, dass es heute nicht genügt, überragende Fähigkeiten zu haben. Jeder muss bereit sein, wieder über die Schmerzgrenze hinweg zu gehen."
Der erfahrene Trainer will seine Elf durch harte Arbeit im Training wieder in die Spur bringen. "Wir müssen die Fehlerquellen minimieren. Wir müssen cooler und konzentrierter sein im Abschluss. Entscheidend ist aber, dass die Mannschaft wieder mehr nach hinten arbeitet und robuster in die Zweikämpfe geht", sagte Heynckes, der aber nicht nur seine Elf, sondern auch sich selbst in die Pflicht nimmt: "Es ist meine Aufgabe, das den Spielern zu vermitteln. Nicht nur diese Woche, sondern bis Ende Mai."
Als wäre beim Rekordmeister nicht schon genug Unruhe, erhöht nun auch noch Karl-Heinz Rummenigge den Druck auf die Mannschaft. "Gegen Wolfsburg muss sofort eine Reaktion gezeigt werden", schrieb der Vorstandsvorsitzende im Vorwort des "Bayern- Magazins". "Die Meisterschaft ist unser Brot-und-Butter-Geschäft und stellt nicht nur für mich den ehrlichsten aller zu gewinnenden Titel dar". Weder der DFB-Pokal noch die Champions League könne diesen Titel ersetzen.
Quelle: FUSSBALL.DE
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