23.03.2010, 17:39 Uhr
Bayern-Sportdirektor Christian Nerlinger geht optimistisch in die entscheidenden Wochen der Saison. (Foto: imago)Vor den entscheidenden Spielen in Bundesliga, Pokal und Champions League ist die Zeit der Psycho-Spielchen angebrochen. Bayern Münchens Sportdirektor Christian Nerlinger hat dem Titel-Rivalen FC Schalke 04 im Meisterschaftsrennen eine gezielte Foul-Taktik vorgeworfen.
"Das Spiel der Schalker ist von zwei Stilmitteln geprägt: Bei Standards sind sie höllisch gefährlich. Und das zweite Spielmittel sind taktische Fouls. So schaffen sie es immer wieder, den Rhythmus aus dem Spiel zu nehmen", sagte der 37-Jährige einen Tag vor dem Pokal-Halbfinale der beiden Spitzenklubs (Mittwoch ab 20.15 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker)dem "Münchner Merkur".
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"Das ist eine Politik, eine Philosophie, die den Fußball einfach nicht weiterbringt", sagte Nerlinger. Der Manager des Rekordmeisters räumte aber auch ein, es sei für Schalke "das gute Recht, dass jeder seinen Weg und seine Möglichkeiten nutzt". In der Foulstatistik der Bundesliga liegt das Team von Trainer Felix Magath mit 569 Fouls auf dem ersten Platz, die Bayern sind mit 399 Fouls 17. vor Hertha BSC. Gleichzeitig kritisierte Nerlinger auch die Schiedsrichter, die diesen Stil nicht unterbinden würden. "Jeder Spieler darf drei, vier taktische Fouls machen, ehe mal eine Gelbe Karte gezückt wird. Das macht bei einer Mannschaft von zehn Feldspielern bis zu 30, 40 taktische Fouls", sagte Nerlinger: "Man sollte da schon ein Auge draufhaben, wobei es schwierig ist für einen Schiedsrichter. Das ist ja klar."
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Auch Bayern-Trainer Louis van Gaal gibt die Abteilung Attacke und stichelt gegen den derzeitigen Tabellen-Zweiten. "Felix Magath hat seine Chance verpasst mit seinen Spielern. Wir haben gesehen, wie schwer es ist, Tabellenführer zu werden. Wir konnten eine Niederlage verkraften, weil die anderen mit dem Druck nicht umgehen können", sagte der Niederländer.
Magath registriert die verbalen Giftpfeile aus der bayrischen Landeshauptstadt und reagiert mit dem ihm eigenen Understatement. "Ich kann gut damit leben, dass wir nicht Erster sind. Mir ist es egal. Ich nehme es wie es kommt“, sagte der Wolfsburger Meistercoach, der es schätzt, aus einer vermeintlichen Außenseiterrolle heraus zu agieren. Bei einem Punkt Rückstand und dem Heimspiel gegen die Bayern in der Hinterhand befindet sich Schalke mitten im Titelkampf. Vor dem Pokalduell mit seinem Ex-Klub wagt sich der 56-Jährige sogar aus der Deckung. "Ich will den Pokalsieg, das ist das klare Ziel“, sagte er im "kicker“.
Quelle: t-online.de , sid
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