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Kroos und Co. lassen Robben vergessen

09.02.2012, 07:58 Uhr

Überragender Spielmacher in Stuttgart - Toni Kroos. (Quelle: dapd)

Überragender Spielmacher in Stuttgart - Toni Kroos. (Quelle: dapd)

Aus Stuttgart berichtet Johann Schicklinski

Im DFB-Pokal-Viertelfinale zwischen dem VfB Stuttgart und dem FC Bayern München waren erst wenige Minuten gespielt, da forderten die Bayern-Fans bereits ihren Liebling. "Robben, Robben" schallte es aus der Fankurve des Rekordmeisters. Doch Trainer Jupp Heynckes hatte kein Einsehen mit der Anhängerschaft des FCB und ließ Arjen Robben beim 2:0-Sieg der Münchner die kompletten 90 Minuten draußen. Stattdessen rückte Toni Kroos auf die Spielmacherposition vor, während der dort zuvor eingesetzte Thomas Müller die Robben-Rolle auf der rechten Außenbahn übernahm. Luiz Gustavo spielte dafür neben Bastian Schweinsteiger auf der Doppel-Sechs.

"Die Entscheidung für diese Taktik war die Konsequenz aus den ersten Spielen nach der Winterpause, bei der ich mit unserer Gesamtleistung nicht zufrieden sein konnte", sagte Heynckes nach dem Spiel und versuchte im gleichen Atemzug, die Brisanz aus der Personalie zu nehmen: "Das war keine Entscheidung gegen einen einzelnen Spieler, sondern eine Entscheidung für die Mannschaft."

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Große Enttäuschung bei Robben

Robben selbst wollte nach dem Erfolg seiner Elf nichts sagen, lief an den wartenden Reportern vorbei und verschwand im Mannschaftsbus. Doch an der Miene des 28-Jährigen konnte man ablesen, wie sehr ihn seine Reservistenrolle gewurmt hat. "Arjen hat es professionell, aber enttäuscht aufgenommen", sagte Heynckes nur. Anschließend verriet der 66-Jährige, dass er die Umstellung aufgrund eines "Bauchgefühls" vorgenommen habe.

Müller bereitet beide Bayern-Tore vor

Eine Entscheidung, mit der Heynckes Recht behalten sollte. Kroos zeigte auf der Zehn ein ganz starkes Spiel, initiierte viele Angriffe und spielte vor den häufigen Tor-Chancen der Bayern oft den öffnenden vorletzten Pass. Müller, der zuletzt auf der Spielmacherposition verkrampft gewirkt hatte, zeigte als Rechtsaußen eine bärenstarke Leistung und bereitete die Treffer von Franck Ribéry (30. Minute) sowie Mario Gomez (46.) vor.

Kroos: Spielmacherrolle hat mir gefallen

Insbesondere Kroos blühte im offensiven Mittelfeld auf. Der Ex-Leverkusener hatte bereits in der Hinrunde überragend auf der Zehn agiert, doch nach der Winterpause musste er ständig auf einer neuen Position ran. Gegen Gladbach über links, gegen Wolfsburg und Hamburg jeweils als Nebenmann von Schweinsteiger im defensiven Mittelfeld. „Es hat mir sehr gut gefallen. Ich konnte meine Qualitäten im offensiven Mittelfeld gut ausspielen und ich denke, dass man das auch gesehen hat“, sagte Kroos freudestrahlend nach dem Spiel. Eine Einschätzung, die auch Heynckes teilte: "Tonis Qualitäten kommen in der offensiven Rolle besser zum Tragen."

Zurück zur alten Stärke

Die Umstellung bei den Bayern war auch der Tatsache geschuldet, dass immer mehr Gegner zuletzt das Erfolgsrezept gegen den Rekordmeister gefunden hatten: Wenn die Außen Robben und Ribéry gedoppelt wurden, fehlte dem Spiel des FCB zuletzt die Kreativität. Mit Kroos als Ball- und Passsicherer Anspielstation kamen nun die anderen Angreifer besser zur Geltung. "Wenn wir insgesamt so gut spielen, macht es viel Spaß. Wir haben super gearbeitet. Wir haben eine Mannschaft, die 90 Minuten dominieren kann. Nur wir müssen es zeigen. Heute ist das gelungen“, sagte Kroos.

Heynckes will noch nichts verraten

Eigentlich hätte Trainer Heynckes nach der starken Leistung keinen Grund, etwas zu ändern. Doch der erfahren Coach will sich nicht in die Karten schauen lassen. "Ich habe auch für Samstag eine klare Vorstellung, wer in unserer Offensive auflaufen wird“, sagte Heynckes, für den aber die Einstellung wichtiger als die Aufstellung ist.: "Müller hat zwei Tore vorbereitet, aber die hätte auch Arjen vorbereitet. Wichtig ist, wie wir auftreten und nicht, wer spielt." Eine Einschätzung, die Robben sicher nicht teilen wird, sollte er erneut zum Bankdrücken verdammt werden.

Sorgen um Schweinsteiger

Einzig die Verletzung von Schweinsteiger sorgte bei den Bayern an einem ansonsten gelungenen Pokalabend für Sorgenfalten. Der Nationalspieler verletzte sich bei einem Zweikampf mit Georg Niedermeier am rechten Knöchel, musste nach 17 Minuten ausgewechselt werden und verschwand direkt in der Kabine. "Es war ein ganz böses Foul. Ich mache mir große Sorgen", sagte Heynckes. Ein längerer Ausfall Schweinsteigers, der bereits die zweite Hälfte der Hinrunde aufgrund eine Schlüsselbeinbruchs verpasste, würde die "Mission Triple" gefährden. Eine weiterführende Untersuchung soll Aufschluss darüber bringen, wie schwer der 26-Jährige verletzt ist. "Eine genaue Diagnose werden wir erst nach der Kernspintomographie haben", sagte Manager Christian Nerlinger.

Quelle: FUSSBALL.DE

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