21.03.2010, 08:40 Uhr
Ein Kommentar von Jörg Runde
Die Bayern-Stars sind nach dem Spiel in Frankfurt restlos bedient. (Foto: Reuters)Manchester, immer wieder dieses Manchester. Ob Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge und Co. nach dem Blitzschock von Frankfurt an die grausame Nacht von Barcelona dachten? Damals, 1999, als man im Finale der Königsklasse gegen Manchester United 1:0 führte, das Spiel kontrollierte, ehe sich in der Nachspielzeit die Ereignisse überschlugen. Am Ende stand es 1:2, und die Engländer reckten den Pokal in den Himmel. Einen Pott gab es für die Eintracht nach dem spektakulären 2:1 gegen den Rekordmeister nicht. Nur drei Punkte, viel Lob und die Genugtuung, dass man in zwei Minuten bei den ungeliebten Bayern eine längst verheilt geglaubte Wunde aufriss. Man kann es drehen und wenden wie man will. Die Parallelen zur größten Enttäuschung der Münchner Vereinsgeschichte sind offensichtlich.
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Damals wie heute wähnte sich das bayrische Starensemble auf der Siegesstraße und landete binnen zwei Minuten unsanft im Graben. Geschubst durch Tore von zwei Einwechselspielern. Und das Unheil nahm seinen Lauf, als die Leitwölfe vom Platz stapften. 1999 war es Libero Lothar Matthäus wegen müder Beine, 2010 Abwehrchef Daniel van Buyten mit einer schweren Augenverletzung. Zugegeben, der Vergleich Eintracht gegen United hinkt. Aber es ist schon bemerkenswert, dass sich so ein Szenario ausgerechnet jetzt wiederholt. Einen Tag, nachdem der FC Bayern Angstgegner Manchester United als Viertelfinal-Gegner in der Champions League zugelost bekommen hat.
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Nun werden die Verantwortlichen die Fragen zum Schreckensabend von einst ertragen müssen. Vor allem wird es jetzt, da die nächsten Gegner Schalke 04 (DFB-Pokal), VfB Stuttgart (Bundesliga), Manchester (Champions League), Schalke 04 (Bundesliga), Manchester (Champions League) und Bayer Leverkusen (Bundesliga) heißen, um die Verfassung der aktuellen Truppe gehen. Von einer Krise will vor diesen saisonentscheidenden Partien in München niemand etwas wissen. Aber nicht nur die zwei Minuten des Niederschlags in Frankfurt wirkten irgendwie ernüchternd, die komplette Leistung war erschreckend.
In der Offensive fanden die Münchner, vom Führungstreffer durch Klose einmal abgesehen, überhaupt nicht statt. Und hinten agierten sie alle fahrig und unentschlossen. Wer gegen die Köhlers dieser Welt ein Dutzend Chancen zulässt, muss gegen die Rooneys mit mindestens dem Doppelten rechnen. Wer gegen einen durchschnittlichen Bundesliga-Klub zwei Gegentreffer kassiert, wird gegen einen überragenden Premier-League-Klub untergehen. Das hätte immerhin ein Gutes, ein finales Drama wäre ausgeschlossen.
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Quelle: FUSSBALL.DE
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