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"Der Wechsel nach Valencia war mein größter Fehler"

28.10.2012, 21:32 Uhr | FUSSBALL.DE

Filip Krstic (li.) vom Berliner AK postiert mit Teamkollege Philip Malinowski die Mauer.  (Quelle: imago)

Filip Krstic (li.) vom Berliner AK postiert mit Teamkollege Philip Malinowski die Mauer. (Quelle: imago)

Von Michael Glang

Im Sommer 2007 schienen Filip Krstic alle Türen offen zu stehen. Der damals 18-Jährige war Kapitän der A-Jugend von Hertha BSC. Beim Hauptstadtklub hätte er sich über die zweite Mannschaft für die Profis und somit für die Bundesliga empfehlen sollen. Doch dann kam ein Angebot auf den Tisch geflattert, das er einfach nicht ablehnen konnte. Der FC Valencia wollte Krstic verpflichten, und der Linksverteidiger wagte den Sprung zum europäischen Top-Klub.  

Herbst 2012. Mittlerweile ist Krstic 24 Jahre jung, doch statt Primera Division und Champions League heißt es für den in München geborenen Deutsch-Serben: Neuanfang in der Regionalliga Nordost. "Der Wechsel nach Valencia war mein größter Fehler", sagt Krstic im Gespräch rückblickend. Er sei damals einfach zu naiv gewesen und habe zu sehr auf seinen ehemaligen Berater gehört.

Paukenschlag gegen Hoffenheim

Krstic spielt mittlerweile für den Berliner AK 07. Mit seinem Klub hat er es im DFB-Pokal durch den fulminanten 4:0-Sieg über Hoffenheim wieder in den Fokus der Öffentlichkeit geschafft. In der zweiten Runde trifft der Regionalligist am Dienstag (ab 18.45 Uhr im FUSSBALL.DE Live-Ticker) auf 1860 München.

"Ich freue mich persönlich sehr auf das Spiel, weil es ja gegen einen Verein aus meiner Heimatstadt geht", sagt Krstic, der mit einer zusätzlichen Motivation ins Spiel geht: Vor eineinhalb Jahren absolvierte er ein Probetraining bei den Löwen, ein Wechsel kam aber nicht zustande: "Damals hat es leider aus den verschiedensten Gründe nicht geklappt. Aber jetzt ist die Vorfreude um so größer, weil ich den Sechzigern gerne zeigen möchte, wieviel Potenzial in mir steckt und das wir auch als Mannschaft gegen 1860 München bestehen können."

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Keine Spielerlaubnis für Valencia

Als er bei den Löwen vorspielte, lagen Hertha und Valencia schon weit hinter ihm. In Spanien bekam er nie die Chance, sein Können zu zeigen. "Es gab Probleme, weil der Sportdirektor vom FC Valencia, der mich verpflichtet hatte, nach zwei Monaten den Verein verlassen musste. Ich hatte auch bei Hertha noch einen gültigen Vertrag, der noch ein Jahr lief. Es wurde keine Ablöse oder Ausbildungsentschädigung bezahlt, also bekam ich keine Spielerlaubnis", sagt Krstic. Der neue Sportdirektor habe sich dann geweigert, die geschätzten 250.000 Euro an Hertha zu überweisen.

Nach einem halben Jahr Valencia ging es nach Italien, zum AS Livorno in die Serie A. Doch auch dort tauchten Schwierigkeiten auf: "Bis die Spielerlaubnis da war, dauerte es bis Ende März. Dann konnte ich endlich loslegen", sagt Krstic. Doch der Linksverteidiger wurde erneut ausgebremst. "Da wir im Abstiegskampf gesteckt haben, hat der Trainer erst einmal auf erfahrene Spieler gesetzt". Den Gang in die zweite Liga das kann aber auch nicht verhindern.

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Fithalten in Livorno

Nach dem Abstieg wollte Krstic eigentlich in Livorno bleiben. Doch sein Berater hatte andere Pläne und bereitete einen erneuten Wechsel vor. Als dieser platzte, hatte Livorno keine Verwendung mehr für ihn. "Ich hätte viel weniger auf ihn hören sollen", sagt Krstic über den Berater, von dem er sich daraufhin trennt. Am Ende blieb er in Livorno, ohne Vertrag zwar, aber wenigstens konnte er beim Zweitligisten trainieren.

Im Februar 2009 dann die Rückkehr nach Deutschland. Doch auch bei Arminia Bielefeld wurde er nicht glücklich. Auf der Alm fehlte ihm das Vertrauen, die sportliche Führung setzte nicht auf ihn. Nach einem Jahr zog er weiter, nächste Ausfahrt Babelsberg. Doch auch beim Drittligisten gelang es ihm nicht, Fuß zu fassen. Einerseits durch Verletzungen. Außerdem erkrankte in dieser Zeit sein Vater an Krebs, Krstic fuhr so oft es ging nach München. Letztlich wechselte er zur SpVgg Unterhaching, spielte dort in der Reserve in der Bayernliga.

Zu Beginn des Jahres landete er schließlich beim FSV Frankfurt, wieder in der zweiten Mannschaft. Es gab Gespräche über einen Platz im Kader der Zweitliga-Mannschaft, doch Krstic wagte den kompletten Neuanfang - beim Berliner AK.

Weltstars als Teamkollegen

Fünf Jahre sind vergangen, seit er auszog, um sich in Valencia durchzusetzen. Ohne Erfolg. Doch trotz der Schwierigkeiten blickt Krstic auch positiv auf die Zeit in Valencia zurück. "Ich habe dort mit heutigen Weltstars zusammen gespielt. David Villa und Jordi Alba vom FC Barcelona, Juan Mata vom FC Chelsea, das waren meine Teamkollegen, mit ihnen war ich Trainingslager", so Krstic. Und noch etwas macht ihm Mut, wenn er an Valencia denkt: "Auch ein Juan Mata hat es damals in Valencia schwer gehabt und erst später den Durchbruch geschafft. Ich sehe auch für mich noch eine kleine Chance, im Profifußball Fuß zu fassen".

Aufgeben kommt für den 24-Jährigen, der einst in der Jugend des FC Bayern gemeinsam mit Mats Hummels und Thomas Müller spielte, also nicht in Frage. Auftritte im Rampenlicht des DFB-Pokals kommen Krstic dabei entgegen, zumal er sein Team ganz und gar nicht chancenlos sieht. "Wenn man in ein Pokalspiel geht, will man natürlich gewinnen. Wir sind jedenfalls sehr heiß auf den Anpfiff", lautet die Ansage vor dem Zweitrunden-Spiel. Und sollte dem BAK gegen 1860 tatsächlich der nächste Coup gelingen, wartet eine Runde weiter ja vielleicht schon der deutsche Rekordmeister auf den Regionalligisten. Dann würde sich für Krstic der Kreis schließen. Und vielleicht wäre er seinem Ziel Profifußball wieder ein Stückchen näher.

Quelle: FUSSBALL.DE

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