18.07.2011, 06:43 Uhr
Das japanische Team um Spielführerin Hamore Sawa bejubelt den ersten WM-Titel für die Nadeshiko. (Foto: dpa)
Aus Frankfurt berichten Björn Wannhoff und Patrick Brandenburg
Betreten und ungläubig blickten Japans Trainer Norio Sasaki und sein Team auf den Goldregen bei der Siegesfeier in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Nach einem packenden Finale und dem glücklichen Ende im Elfmeterschießen (5:3) gegen die USA ist die Nadeshiko am Ziel ihrer Träume: Japan ist zum ersten Mal Weltmeister. (Zum Durchklicken: Die besten Bilder des WM-Finals)
Es ist wunderbarer Erfolg für das gebeutelte Land, dass sich nach der Katastrophe von Fukushima noch immer nach Normalität und Ablenkung sehnt. Und heute, am Tag des Meeres, einem nationalen Feiertag in Japan, dürften viele der tapferen Mannschaft um Kapitänin Homare Sawa die Daumen gedrückt haben.
"Wir treten an, um Weltmeister zu werden", hatte Sasaki schon vor dem Turnier selbstbewusst erklärt. So richtig daran geglaubt hatte aber wohl weder er noch die meisten Experten. Natürlich galten die Ostasiatinnen als Geheimfavorit, denn schließlich deutete der vierte Platz bei Olympia in Peking bereits an, dass dort eine schlagkräftige Truppe zusammenwächst. Aber mit dem spektakulären Erfolg über Titelverteidiger und Gastgeber Deutschland im Viertelfinale (1:0 n.V.) war Japan in den Kreis der ernsthaften Titelkandidaten eingetreten.
Zum Durchklicken: Die Gewinner und Verlierer der WM 2011
Die Nadeshiko hat das Finale mit den Tugenden gewonnen, die sie schon während des ganzen Turnier stark gemacht hatten: Einsatzwille, Technik und vor allem Teamgeist ergaben eine überragende Mischung. Symptomatisch dafür war die Einwechslung der Potsdamerin Yuki Nagasato, die von allen auf der Bank umarmt wurde, bevor sie das Feld betrat. Dort glänzte sie mit feiner Technik und gab keinen Ball verloren.
Der unbedingte Glaube an den Erfolg zeigte vor allem nach den Gegentoren. Keine Spielerin ließ nach den Rückständen den Kopf hängen, und zweimal kämpfte sich Japan bravourös in die Partie zurück. "Wir haben alle unser Selbstvertrauen bis zum Ende bewahrt, an uns geglaubt und deshalb haben wir gewonnen. Wir sind total glücklich über diesen WM-Titel. Jetzt sind wir die Nummer eins in der Welt", erklärte die überglückliche Sawa.
Und auch die deutsche Mannschaft darf sich ein wenig mit den neuen Weltmeisterinnen freuen. Immerhin hat man jetzt den Trost, nur vom besten Team des Turniers besiegt worden zu sein.
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Quelle: FUSSBALL.DE
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