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Experte fordert männliche Schiedsrichter

04.07.2011, 11:18 Uhr

Äquatorial Guineas Verteidigerin Bruna schnappt sich den Ball, der Elfmeterpfiff bleibt aber aus. (Foto: AP).

Äquatorial Guineas Verteidigerin Bruna schnappt sich den Ball, der Elfmeterpfiff bleibt aber aus. (Foto: AP).

Die Schiedsrichterinnen gehören zu den Hauptdarstellerinnen bei der Frauen-WM 2011. Mit teils skurrilen Auftritten sorgen die Unparteiischen für Gesprächsstoff. Den Anfang machte Sung Mi Cha bei der Partie zwischen Deutschland und Nigeria. Die Südkoreanerin verpasste es, das überharte Einsteigen der Afrikanerinnen frühzeitig zu unterbinden und lag bei der Regelauslegung so gut wie immer daneben. Kari Seitz übersah beim Spiel Brasilien gegen Norwegen (3:0) vor dem Führungstreffer ein klares Foulspiel von Weltfußballerin Marta. Den Gipfel der Fehlentscheidungen lieferte aber Gyoengyi Gaal, als sie die Handball-Einlage von Äquatorial Guineas Bruna übersah.

Die Verteidigerin nahm im Spiel gegen Australien einen vom Pfosten abprallenden Ball im Fünf-Meter-Raum mit beiden Händen auf und hielt ihn zwei Sekunden fest. Franziska van Almsick bedauerte in der "Bild"-Zeitung, dass nicht der "Tollpatsch des Monats" verliehen wird. Als Bruna ihren Blackout bemerkte, ließ sie das Spielgerät wieder fallen - und Gaal das Spiel weiterlaufen. "Wir wissen alle, dass es eine Vorfall gab. Wir haben mit der Schiedsrichterin gesprochen. Sie sagt, dass es ihr sehr leid tut, dass sie das klare Handspiel nicht gesehen hat", sagte Karen Espelund von der FIFA nach dem Spiel.

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Osieck fordert männlich Schiedsrichter

Doch reicht diese Entschuldigung? Laut "kicker" fordert Holger Osieck den Einsatz von männlichen Kollegen. "Wenn es so schwache Schiedsrichterinnen gibt, sollte man überlegen, ob man auch die Männer WM-Spiele leiten lässt", sagte der Trainer der australischen Herren-Auswahl.

Neid: "völliger Blackout"

Auch Bundestrainerin Silvia Neid hat mit Fassungslosigkeit auf die Fehlentscheidung reagiert. "Das muss die Schiedsrichterin sehen - und wenn nicht, muss es die Linienrichterin sehen", sagte Neid. "Die Spielerin hatte eine völligen Blackout, anders ist das ja nicht zu erklären." Generell fiel Neids Fazit zu den bisherigen Leistungen der Unparteiischen bei der WM zwiespältig aus. "Ich habe bei dieser WM schon gute Schiedsrichterleistungen gesehen, aber ich habe auch schon schlechte gesehen."

Für die benachteiligten Australier blieb das Fehlurteil ohne Konsequenzen, sie gewannen die Partie mit 3:2. Anders als beim Foulspiel Martas vor dem 1:0 gegen Norwegen. Die Skandinavierinnen waren bis dahin gut im Spiel, mussten sich anschließend aber dem Angriffswirbel der Brasilianerinnen beugen und unterlagen 0:3.

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Für Unmut sorgte auch Chas Auftritt beim DFB-Spiel gegen Nigeria, die mit ihrer inkonsequenten Spielleitung maßgeblich dazu beitrug, dass der zweite deutsche Auftritt zum Teil ein knüppelhartes Gefecht wurde. Doch nicht nur das ging der Bundestrainerin gegen den Strich, sondern die offenkundigen Regelschwächen. "Jeder weiß doch, wie ein Einwurf aussehen muss und der Ball nicht zwei Meter vor einem aufkommen darf", sagte Neid exemplarisch.

Steinhaus überzeugt

Eine gute Figur machte bei ihrem bisher einzigen Einsatz Bibiana Steinhaus. Die deutsche Unparteiische leitete die Partie zwischen den USA und Nordkorea souverän und wird beim Spiel Brasilien gegen Äquatorial-Guinea erneut eingesetzt. Bleibt zu hoffen, dass sie es ahndet, falls es wieder zu Handball-Einlagen im Strafraum kommt. Bei Gaals Fehlleistung stand sie als vierte Offizielle machtlos an der Seitenlinie.

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Quelle: dpa , sid

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