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Streich, Beckenbauer und der Stadtrivale

14.04.2013, 13:04 Uhr | FUSSBALL.DE

Ausnahmezustand im Möslestadion: Der Freiburger FC spielt in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga gegen den SV Alsenborn vor über 23.000 Zuschauer. (Quelle: imago\Ferdi Hartung)

Ausnahmezustand im Möslestadion: Der Freiburger FC spielt in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga gegen den SV Alsenborn vor über 23.000 Zuschauer. (Quelle: Ferdi Hartung/imago)

Von Andreas Leiser

Von der Bundesliga sind sie weit entfernt, auch die 2. Liga ist ganz weit weg für viele Traditionsklubs, die den deutschen Fußball früher mitprägten. Inzwischen sind sie - im besten Fall - in der viertklassigen Regionalliga beheimatet. Manche auch in der Bezirksliga oder tiefer. FUSSBALL.DE wirft in der Serie "Tränen, Triumphe, Tradition" einen Blick auf Vereine, deren größte Erfolge lange zurückliegen, die aber immer noch viele Fans bewegen. Heute, Teil 9: Freiburger FC, Verbandsliga Südbaden.

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Was haben Trainer Christian Streich, Werder-Manager Thomas Eichin und Braunschweigs Manager Mark Arnold  gemeinsam? Alle drei trugen bereits das Freiburger Trikot. Doch nicht das Logo des SC war auf dem Jersey zu sehen, sondern alle spielten beim Freiburger FC.

FFC feiert Deutsche Meisterschaft

Streich zum Beispiel lief von 1982 bis 1985 und von 1991 bis 1994 für den FFC auf. Danach ging er zum Stadtrivalen und machte als Jugendtrainer Karriere, heute sorgt er mit dem SC in der Bundesliga für Furore. Der FFC kickt dagegen im Jahr 2013 in der Verbandsliga Südbaden (6. Liga). Welten liegen zwischen den beiden Klubs. Doch das war nicht immer so.

1907 wurde der Freiburger FC Deutscher Meister, 1969 scheiterte der Klub knapp in der Aufstiegsrunde zur Bundesliga und 1981/1982 spielte man in der neuen, eingleisigen 2. Bundesliga – auf Augenhöhe mit dem Sportclub.

"Aufstiegsspiele 1969 waren ein Highlight"

Seit 1967 fast immer mit dabei: Stefan Zoller. Zunächst als 10-jähriger Fan, dann als aktiver Spieler bei der dritten Mannschaft, heute als Spieler bei den Alten Herren. Zoller kennt den Klub wie kaum ein anderer. Auf seiner Webseite "ffc-history.de" sammelt er alle Informationen rund um seinen Verein.

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"Die Aufstiegsspiele 1969 waren ein absolutes Highlight für mich. Damals saß ich als 12-jährige Bub direkt hinter dem Tor – heute unvorstellbar. Das Möslestadion war mit über 23.000 Zuschauern brechend voll", sagte Zoller. Die Normalkapazität des Stadions lag damals bei 18.000 Zuschauer. Der FC verpasste als Gruppenzweiter – punktgleich mit dem ersten Rot-Weiß Oberhausen – nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga.

Beckenbauer sorgt für volle Ränge

Im September 1978 war das "Mösle" wieder voll besetzt. Der Kaiser gab sich in Freiburg die Ehre. "Cosmos New York kam mit Franz Beckenbauer auf Tournee. New York hatte in Deutschland drei Spiele, eines war hier in Freiburg. Die Hütte war brechend voll", erinnert sich der 56-Jährige.

In den 80er Jahren folgte die schleichende Wachablösung in Freiburg. 1981/1982 kam es in der 2. Bundesliga noch zum Stadtduell mit dem SC. Am Ende der Saison stieg der FFC jedoch ab – der SC blieb in der 2. Bundesliga. In den 90er Jahren ging der Niedergang weiter: Der FFC rutschte 1990 bis in die Verbandsliga Südbaden ab, 1999 kickte man in der Landesliga. Der SC Freiburg sorgte dagegen im selben Jahrzehnt mit den Braisgau-Brasilianern um Cardoso, Heinrich und Co. sogar in Europa für Aufsehen.

"SC hat den FFC gerettet“

Zoller verspürt jedoch keinen Neid auf den Stadtrivalen. "Der FFC verdankt seine heutige sportliche Existenz dem SC. Im Jahr 2000 stand der FFC vor dem finanziellen Ruin. Der SC übernahm dann das Möslestadion und nutzt es für die zweite Mannschaft und die Frauen - die Schulden des FFC waren getilgt", sagt Zoller. "So paradox es klingt: der SC hat den FFC damals gerettet.“

Ein wenig Wehmut kommt bei Zoller dennoch auf, wenn er heute das Gelände am Möslestadion sieht. "Natürlich trauere ich dem Möslestadion nach. Es war eines der schönsten Stadien in Deutschland. Ich bekomme feuchte Augen, wenn ich es heute sehe.“

Im Jahr 2013 spielt der FFC seine Heimspiele gegen FC Denzlingen oder den SV Stadelhofen vor etwa 200 Zuschauern im Freiburger Stadion im Dietenbachpark aus. Christian Streich trifft in der Bundesliga mit dem SC auf den FC Bayern München oder Borussia Dortmund. Zwei verschiedene Welten in Freiburg.

Quelle: FUSSBALL.DE

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