22.01.2011, 12:52 Uhr | FUSSBALL.DE
Deftige Worte: Uli Hoeneß wettert gegen Söldner. (Foto: imago)
Uli Hoeneß fordert im Kampf gegen Fußball-Söldner drastische Maßnahmen. "Gegen Leute wie Ba muss man brutal hart vorgehen, das ist der bisher perfideste Fall. Auch van Nistelrooys Verhalten beim HSV finde ich schlimm", sagte der Präsident des FC Bayern München der "Süddeutschen Zeitung" und ergänzte: "In solchen Fällen müsste man mal sagen: Was verdient ein Demba Ba oder ein Ruud van Nistelrooy? Das legen wir als Bundesliga zusammen, alle boykottieren diese Spieler - und ab mit ihnen auf die Tribüne."
Und Hoeneß ging sogar einen Schritt weiter und sagte: "Es wäre schön, wenn solche Spieler keinen Job mehr kriegen würden."
Der Präsident des Rekordmeisters blickte aber auch in die Vergangenheit zurück und offenbarte, 2008 eigentlich schon mit dem heutigen Dortmunder Coach Jürgen Klopp einig gewesen zu sein. Trainer beim FC Bayern wurde aber damals Jürgen Klinsmann. "Ich ließ mich davon überzeugen, dass wir das Abenteuer Klinsmann probieren sollten. Davor hatte ich schon eine mündliche Absprache mit Klopp", erklärt Hoeneß. "Ich bat ihn dann, mich davon zu entbinden, als wir die Idee mit Klinsmann hatten. Dass das ein großer Fehler war, wissen wir nicht erst seit heute."
Hoeneß erhöhte unterdessen den Druck auf die Mannschaft der Münchner. "Jetzt haben wir fast unsere Top-Elf, und es gibt keine WM mehr als Ausrede. Eines muss allen klar sein: Am 1. Januar hat beim FC Bayern die Wahrheit dieser Saison begonnen", sagte der 59-Jährige. Umso bitterer sei der Rückrundenauftakt in Wolfsburg gewesen. "Die Stimmung im Trainingslager soll ja super gewesen sein, Robben und Ribery waren wieder gesund und alle begeistert. Dann spielen wir in Wolfsburg, gegen eine durchschnittliche Elf - und wieder nur 1:1."
Er tue sich schwer damit, so Hoeneß, nach 18 Spieltagen keine Chance mehr auf die Meisterschaft zu haben. Das habe er in den letzten 30 Jahren fast nie erlebt. Dabei sei die Münchner Mannschaft besser als Dortmund besetzt. "Ich bin hundert Prozent sicher, dass wir die in ein paar Wochen in München schlagen. Im Eins-gegen-eins hat Dortmund doch nie die bessere Mannschaft. Die bessere haben wir, mit Abstand!"
Der Bayern-Präsident erneuerte zudem die Kritik am Auftreten seines Trainers. "Es ist die Frage, ob man immer mit dem Kopf durch die Wand muss", sagte Hoeneß mit Blick auf den Niederländer. "Louis van Gaal ist Louis van Gaal, das betont er selbst. Das muss man wissen und respektieren, wenn man ihn verpflichtet. Und dazu gehören eben immer wieder Überraschungen."
In der Frage um eine mögliche Verpflichtung von Nationaltorhüter Manuel Neuer bekräftigte Hoeneß seine Meinung, dass der beste Torhüter beim besten Klub spielen müsse. Die Entscheidung, Thomas Kraft anstelle von Jörg Butt ins Tor zu stellen, habe den Präsidenten überrascht.
Quelle: FUSSBALL.DE
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